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20220615103950

Knapp 135 000 ukrainische Schüler an deutschen Schulen

09:58
15.06.2022
Die Schulen in Deutschland haben inzwischen etwa 135 000 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlichte am Mittwoch die aktuellen Zahlen. Demnach waren an den Schulen und Berufsschulen bis zur vergangenen Woche 134 704 ukrainische Schülerinnen und Schüler registriert, das waren 1243 mehr als in der Woche davor.

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind demnach bisher in Bayern (24 791), Nordrhein-Westfalen (23 639) und Baden-Württemberg (18 052) untergekommen. Die Zahlen sind seit dem russischen Überfall auf die Ukraine vor knapp vier Monaten stetig angestiegen. In einzelnen Bundesländern gehen sie nun aber auch zurück. Insgesamt werden in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Dienstag von mehr als 850 000 Flüchtlingen aus der Ukraine gesprochen, die sich mittlerweile in Deutschland registriert hätten. Viele seien wohl inzwischen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, sagte sie.

Stefanie Heitmann

Umfrage: Mehrheit sieht Schuld am Angriffskrieg bei Russland

09:18
15.06.2022
Eine weite Mehrheit der Menschen in Deutschland und neun anderen europäischen Ländern macht Russland für den Angriffskrieg in der Ukraine verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR). Demnach sehen 66 Prozent der Menschen in Deutschland die Verantwortung hauptsächlich bei Russland; deutlich höher ist der Anteil in Finnland (90 Prozent), Großbritannien, Polen und Schweden (jeweils 83 Prozent).

Als Reaktion auf den Krieg gibt es in allen Ländern eine starke Unterstützung für einen Bruch mit Russland. In Deutschland sprechen sich 57 Prozent der Befragten dafür aus, alle wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Land abzubrechen. Etwas geringer ist die Zustimmung zu einem Ende aller kulturellen (45 Prozent) und diplomatischen (39 Prozent) Verflechtungen. In Polen tendieren deutlich mehr Menschen zu einem Ende der ökonomischen Beziehungen (77 Prozent), auch in Großbritannien, Finnland und Schweden ist die Bereitschaft höher.

In Bezug auf den Krieg machen sich die Europäerinnen und Europäer hauptsächlich Sorgen über steigende Lebensmittelpreise und eine mögliche nukleare Eskalation durch Russland. Dabei machen sich auch nationale Unterschiede bemerkbar. Während in Deutschland die Angst vor steigenden Energiepreisen besonders hoch ist (60 Prozent), sind die Finnen besonders besorgt über das Risiko einer gegen ihr Land gerichteten Militäraktion durch Russland.

In ihrer Analyse kommen die ECFR-Experten zu dem Schluss, dass sich die öffentliche Meinung in Europa wandelt und der Europäischen Union die „härtesten Tage“ noch bevorstehen könnten. Die Belastbarkeit der europäischen Demokratien hängt aus ihrer Sicht auch davon ab, ob die Regierungen es schaffen, die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger von potenziell nachteiligen politischen Maßnahmen sicherzustellen - etwa einem Embargo gegen russisches Öl.

Eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten rechnet laut Analyse damit, dass die EU infolge des Konflikts „etwas“ oder „sehr viel schlechter“ dastehen wird. Allgemein dominiere die Einschätzung, dass die Regierungen zu sehr auf den Krieg fokussiert seien und andere Probleme ihrer eigenen Bürgerinnen und Bürger vernachlässigten.

Die meisten Menschen in Europa wollen, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet werde, selbst wenn dies territoriale Verluste für die Ukraine bedeute, hieß es weiter. Menschen zeigten sich solidarisch mit der Ukraine, allerdings sei Polen das einzige Land, in dem die meisten Befragten der Auffassung seien, dass eine Bestrafung Russlands für seine Aggression eine vordringliche Aufgabe sein sollte.

Denise Frommeyer