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Gouverneur: Russland kontrolliert Großteil von Sjewjerodonezk

16:45
09.06.2022
Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, räumte nach schweren Kämpfen zwar ein, die russische Armee kontrolliere mehr als 90 Prozent des Luhansker Gebiets und auch den größten Teil von Sjewjerodonezk. Die Verteidiger würden sich im Industriegebiet der Stadt halten, es gebe aber auch Kämpfe in anderen Stadtteilen. Er bestritt, dass die Lage schon so wie zuletzt in Mariupol sei. „Stand heute besteht keine Gefahr einer Einkesselung“, meinte Hajdaj. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Selenskyj bezeichnete die Schlacht um Sjewjerodonezk als richtungsweisend für den Kampf um den Osten des Landes. „Sjewjerodonezk bleibt das Epizentrum der Auseinandersetzungen im Donbass“, sagte er in einer Videobotschaft. Das ukrainische Militär füge dem Gegner dort spürbare Verluste zu. „Das ist eine sehr brutale und schwere Schlacht. Vielleicht eine der schwersten dieses Krieges (...) In vielem entscheidet sich dort das Schicksal unseres Donbass.“

dpa

Mindestens 13 Tote nach Beschuss von Separatistengebiet in Ukraine

15:36
09.06.2022
Im ostukrainischen Separatistengebiet Luhansk sind in der Stadt Stachanow mindestens 13 Menschen durch Raketenwerferbeschuss getötet worden. „Es sind etwa 20 Raketen des Typs Uragan eingeschlagen“, teilte Republikchef Leonid Passetschnik russischen Medien am Donnerstag mit. Zudem seien mindestens sechs Verletzte aus den Trümmern geborgen worden.

Die moskautreuen Separatisten warfen der ukrainischen Armee vor, ein Wohngebiet beschossen zu haben. Ukrainische Stellungen befinden sich in etwa zwölf Kilometer Entfernung von der Industriestadt. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

dpa

Stoltenberg begrüßt Aufstockung der Bundeswehrtruppe in Litauen

14:57
09.06.2022
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat in einem Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die geplante Entsendung weiterer deutscher Soldaten nach Litauen und das 100-Milliarden-Programm zur Aufrüstung der Bundeswehr begrüßt. Das twitterte Stoltenberg am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit dem Kanzler zur Vorbereitung des Nato-Gipfels vom 28. bis 30. Juni in Madrid.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit teilte zu dem Gespräch mit: „Der Bundeskanzler und der Generalsekretär waren sich einig, dass vom Gipfel ein Signal der Entschlossenheit und Geschlossenheit der Allianz ausgehen müsse.“ Scholz habe bekräftigt, dass die Gipfelbeschlüsse sicherstellen müssten, dass die Nato auch im nächsten Jahrzehnt ihren Kernauftrag - den kollektiven Schutz des europäischen und nordamerikanischen Bündnisgebiets - zuverlässig und erfolgreich wahrnehmen könne. Deutschland wolle hierzu angemessen beitragen.

Stoltenberg wollte eigentlich am Donnerstag nach Berlin kommen, um mit Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zu sprechen. Der Besuch wurde aber kurzfristig abgesagt. Ein Nato-Beamter erklärte auf Anfrage, bei Stoltenberg sei Gürtelrose diagnostiziert worden. Dies könne nach einer Corona-Erkrankung auftreten. Stoltenberg hatte kürzlich Corona.

Der Bundestag hatte am vergangenen Freitag die Einrichtung eines Sondervermögens für die Bundeswehr per Grundgesetzänderung beschlossen. Am Dienstag kündigte Scholz bei einer Reise nach Litauen an, dass Deutschland bereit sei, das an Russland grenzende baltische Land mit einer Kampfbrigade zu unterstützen. Auch in Estland und Lettland sollen die Nato-Truppen aufgestockt werden. Abschließend entschieden werden soll das auf dem Gipfel in Madrid.

Denise Frommeyer