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Mehrheit der EU-Bürger unterstützt Russland-Sanktionen

15:45
05.05.2022
Eine große Mehrheit der EU-Bürger unterstützt einer Umfrage zufolge die nach dem Angriff auf die Ukraine verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland. 55 Prozent stimmten den Sanktionen voll zu, 25 Prozent stimmten eher zu, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des EU-Parlaments hervorgeht. Ähnlich sieht es bei den Sanktionen gegen russische Oligarchen aus: 55 Prozent waren voll dafür, weitere 24 Prozent eher dafür. Für die Erhebung wurden zwischen dem 13. und 20. April rund 26.000 Bürgerinnen und Bürger in den 27 Mitgliedsstaaten befragt.

Bis dahin hatte die EU bereits fünf Sanktionspakete beschlossen, die unter anderem einen Importstopp für Kohle und Strafmaßnahmen gegen russische Finanzinstitute enthielten. Inzwischen hat die EU-Kommission ein weiteres Sanktionspaket vorgeschlagen, das unter anderem ein Importstopp für russisches Öl enthält.

Auf die Frage, ob die Ukraine der EU beitreten solle, sagten der Umfrage zufolge 66 Prozent, dass sie dafür seien, wenn das Land dafür bereit sei. Der Aussage, dass es humanitäre Hilfe für die vom Krieg betroffenen Menschen geben müsse, stimmten 64 Prozent der Befragten voll und ganz zu. 29 Prozent stimmten eher zu. Beim Thema Waffenlieferungen stellt sich ebenfalls eine Mehrheit der Befragten hinter den Kurs der Europäischen Union: Zwei Drittel der EU-Bürger (67 Prozent) begrüßen der Umfrage nach, dass die EU den Erwerb und die Lieferung militärischer Ausrüstung an die Ukraine finanziert.

Dustin Mertes

Kreml: Fluchtkorridore für Zivilisten aus Mariupol geöffnet

12:32
05.05.2022
Russischen Angaben zufolge haben Zivilisten in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol seit Donnerstagmorgen die Möglichkeit zur Flucht aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal. Zwar werde Azovstal weiter von russischen Truppen blockiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. „Aber es gibt auch Fluchtkorridore, die heute und in diesen Tagen funktionieren.“ Sowohl die russische als auch die ukrainische Seite haben bis einschließlich Samstag täglich mehrstündige Feuerpausen zugesichert. Ob am Donnerstag tatsächlich schon Menschen fliehen konnten, war aber zunächst unklar.

Am vergangenen Wochenende waren mehr als 150 Zivilisten aus Azovstal gerettet worden. Weitere Versuche von Evakuierungen aus der Großstadt am Asowschen Meer, die weitgehend von russischen Truppen eingenommen ist, scheiterten aber. Rund 200 Zivilisten sollen weiter in den Bunkeranlagen des Werks ausharren.

Nach Angaben ebenfalls auf dem Gelände verschanzter ukrainischer Kämpfer haben russische Soldaten und prorussische Separatisten bereits mit dem Sturm auf Azovstal begonnen. Der Kreml dementierte das am Donnerstag erneut: „Der Präsident und Oberbefehlshaber (Wladimir Putin) hat befohlen, von einem Sturm abzusehen“, sagte Sprecher Peskow. „Der Oberbefehlshaber hat keinerlei andere Befehle gegeben.“

Dustin Mertes