Letztes Update:
20220426075845

Biden nominiert US-Botschafterin für die Ukraine

12:01
25.04.2022
Nach der Ankündigung einer Rückkehr von US-Diplomaten in die Ukraine hat Präsident Joe Biden eine Kandidatin für den Posten der US-Botschafterin nominiert. Er werde die Nominierung der Karrierediplomatin Bridget Brink in Kürze an den Senat weiterleiten, erklärte das Weiße Haus am Montag.

Die Kongresskammer muss der Personalie zustimmen. Brink ist derzeit die US-Gesandte in der Slowakei. Zuvor habe sie unter anderem im Außenministerium in Washington als Expertin für Osteuropa und den Kaukasus sowie als stellvertretende Botschafterin in Usbekistan und Georgien gearbeitet, hieß es.

US-Außenminister Antony Blinken hatte bei einem Besuch in Kiew am Montag angekündigt, dass US-Diplomaten demnächst in die Ukraine zurückkehrten. Die Botschaft in Kiew bleibe aber vorerst noch geschlossen, sagte er. Die US-Diplomaten hatten ihre Botschaft in Kiew zwei Wochen vor Kriegsausbruch verlassen. Sie gingen - teils mit Stopp in der westukrainischen Stadt Lwiw - nach Polen.

Biden ist seit Januar 2021 im Amt, hat aber seit seinem Regierungsantritt noch nicht für alle Länder neue Botschafter nominiert. Die Zustimmung des Senats für Top-Diplomaten kann mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Liz Mikos

Russland kündigt Feuerpause und Korridor für Stahlwerk in Mariupol an

11:11
25.04.2022
Russland hat angesichts der in einem Stahlwerk der Hafenstadt Mariupol eingeschlossenen Zivilisten eine neue Feuerpause und einen humanitären Korridor angekündigt. Die russische Armee stelle 14.00 Uhr (13.00 Uhr MESZ) die Kampfhandlungen ein, teilte das Verteidigungsministerium am Montag in Moskau mit. Über einen humanitären Korridor sollten dann die Zivilisten die Industriezone verlassen können. Die ukrainische Regierung hatte Russland aufgefordert, die Flucht der Frauen und Kinder aus den Bunkeranlagen des Stahlwerks sicherzustellen.

Nach Angaben aus Kiew sollen sich rund 1.000 Zivilisten in dem Stahlwerk aufhalten. Dazu wurden in den vergangenen Tagen auch Videos veröffentlicht, auf denen Kinder und Frauen zu sehen sind. Die ukrainischen Kämpfer, die sich in dem Werk verschanzt haben, fordern, alles für die Sicherheit der Menschen zu tun.

Nach russischen Angaben halten sich in dem Stahlwerk Azovstal noch rund 2.500 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner auf. Russland hat sie aufgefordert, sich zu ergeben. Das hatten die Verteidiger von Mariupol abgelehnt. Am Sonntag hatte Kiew allerdings Moskau Verhandlungen angeboten - über einen Austausch der Militärs.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte nun mit, dass die russischen Truppen sich in sichere Entfernung zurückziehen und die Flucht der Menschen in eine von ihnen gewählte Richtung ermöglichen. Die Regierung in Kiew hatte zuvor beklagt, dass Russland eine Flucht der Menschen auf das von der Ukraine kontrollierte Territorium verhindere. Die Menschen sollten demnach nach Russland oder in die von prorussischen Separatisten eingenommenen Gebiete fliehen dürfen.

Liz Mikos