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Netrebko kritisiert Putins Krieg und verliert Auftritt in Russland

15:49
01.04.2022
Die Sopranistin Anna Netrebko ist nach ihrer Erklärung gegen den Angriff von Wladimir Putin auf die Ukraine nun auch an einer Oper in ihrer russischen Heimat in Ungnade gefallen. Ein für den 2. Juni angesetztes Konzert in Nowosibirsk falle aus, teilte die Oper in der sibirischen Metropole mit. Grund sei eine Mitteilung der Künstlerin, in der sie die Handlungen „unseres Staates“ verurteile. „Das Leben in Europa und die Möglichkeit, auf europäischen Bühnen aufzutreten, sind für sie wichtiger als das Schicksal der Heimat“, hieß es in der Mitteilung des Staatlichen Akademischen Theaters für Oper und Ballett.

Wer in Russland Putins Krieg gegen die Ukraine kritisiert, lebt gefährlich und kann mit hohen Geldbußen oder sogar mit Gefängnis bestraft werden. Netrebko, die vor allem in Österreich lebt und in Russland auch am weltberühmten Bolschoi Theater und am Mariinski in St. Petersburg auftritt, dürfte es nach ihrer Kritik schwer haben mit Engagements in der Heimat. Viele prominente Kulturschaffende haben aus Angst um ihre Sicherheit Russland verlassen. Putin hatte erklärt, jetzt sei die Zeit, Verräter ausfindig zu machen und das Land davon zu säubern.

Netrebko hatte sich nach dem Beginn des Krieges am 24. Februar zunächst zögerlich gezeigt, dann aber gegen den Krieg ausgesprochen. Das galt als bemerkenswert, weil allein das Wort in Russland verpönt ist. Kremlchef Putin nennt die beispiellose und extrem blutige Invasion eine „militärische Spezial-Operation“.

Am Mittwoch hatte Netrebko sich nach der Absage von Auftritten durch westliche Häuser deutlicher von Putin distanziert. „Meine Position ist klar. Ich bin weder Mitglied einer politischen Partei noch bin ich mit irgendeinem Führer Russlands verbunden“, hatte sie über ihren deutschen Anwalt mitgeteilt.

Jörg Tschürtz

Deutscher Reserveoffizier wegen Spionage für Russland angeklagt

15:48
01.04.2022
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Reserveoffizier der Bundeswehr erhoben, der über etliche Jahre einen russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt haben soll. Das teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit.

Der Mann, der nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa 65 Jahre alt ist, habe aufgrund seines zivilen Berufs auch mehreren Ausschüssen der deutschen Wirtschaft angehört. Aus beiden Bereichen soll er zwischen Oktober 2014 und März 2020 „zu zahlreichen Gelegenheiten“ Dokumente und Informationen weitergeleitet haben - etwa zur Gaspipeline Nord Stream 2.

Der Prozess soll am Oberlandesgericht Düsseldorf stattfinden. Zum Wohnort des Mannes wurde nichts mitgeteilt. Der Beschuldigte befindet sich nicht in Untersuchungshaft.

Jörg Tschürtz