Angesichts der immer stärker steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine geraten die Notunterkünfte in Luxemburg an ihre Kapazitätsgrenzen. Um mehr Menschen ein Dach über dem Kopf bieten zu können, wird am Samstag das Kulturzentrum Moutfort in eine Erstaufnahmestruktur umfunktioniert. Die Gemeinde Contern habe dafür ihre Zustimmung gegeben, teilte das Außenministerium am Freitag mit.
Außenminister Jean Asselborn rief die Bürger zudem auf, keine privaten Flüchtlingsabholaktionen in Richtung Ukraine mehr durchzuführen. Eine Ausnahme sei, wenn bereits Vereinbarungen über die kurz- und mittelfristige Unterbringung dieser Schutzsuchenden getroffen wurden. RTL meldete, dass beim Office National de l'Accueil (ONA) derzeit 700 Personen aus der Ukraine untergebracht sind. Die Behörde rechnet damit, dass etwa 1.000 Menschen aus der Ukraine hier Zuflucht suchen werden.
Offenbar sind in den vergangenen Tagen hunderte Privatpersonen in Richtung Ukraine beziehungsweise zur Grenze des Landes aufgebrochen, um Flüchtende in Autos und Mini-Bussen eigenständig nach Luxemburg zu fahren.
Die „Luxembourg Times“ berichtete am Freitag von zwei Freiwilligen aus Luxemburg, die 3.400 Kilometer quer durch Europa gefahren waren, um ukrainische Flüchtlinge abzuholen und sie in verschiedene europäische Städte zu transportieren, wo sie Schutz vor dem Krieg finden konnten.