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Das wird am Freitag wichtig

04:41
09.09.2022
Aus ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer sollen nach Angaben der Vereinten Nationen weitere vier Schiffe mit Mais, Gerste und Raps auslaufen. Die Zielhäfen liegen in Ägypten, Griechenland, Rumänien und China. Seit Anfang August habe die Ukraine bereits 2,37 Millionen Tonnen Getreide ausgeführt. Seit damals gilt eine von den UN und der Türkei mit Moskau und Kiew ausgehandelte Vereinbarung, die die monatelange Blockade ukrainischer Häfen aufhebt.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin trifft am Freitag in Prag mit seiner tschechischen Kollegin Jana Cernochova zusammen. Tschechien führt derzeit den Ratsvorsitz der EU. Am Donnerstag hatte Austin auf dem US-Stützpunkt Ramstein mit Vertretern aus mehreren Dutzend Staaten beraten, die der Ukraine Militärhilfe leisten. Dabei sagten die USA Waffen für weitere 675 Millionen Dollar zu. US-Außenminister Antony Blinken besuchte Kiew und versprach dort 2,2 Milliarden Dollar Finanzhilfen für die Ukraine und ihre Nachbarn.

Liz Mikos

Die Nacht im Überblick

04:39
09.09.2022
Ukrainisches Blau-Gelb weht wieder über Balaklija

Die Kleinstadt Balaklija, die vor dem Krieg etwa 27.000 Einwohner hatte, war mehrere Monate von russischen Truppen besetzt gewesen. Als Beleg für die Rückeroberung veröffentlichte Selenskyj ein Video, gedreht mutmaßlich auf dem Rathaus. Vor der blau-gelben ukrainischen Fahne erstattete ein Soldat dem Präsidenten Bericht über die Einnahme der Stadt. „Die Flagge der Ukraine über einer freien ukrainischen Stadt unter einem freien ukrainischen Himmel“, schrieb Selenskyj.

Nicht verifizierte Internetvideos zeigten Passanten, die den ukrainischen Soldaten zuwinkten oder sie unter Tränen umarmten. Die von Russland eingesetzte Verwaltung für die eroberten Gebiete um Charkiw behauptete, Balaklija und der Ort Schewtschenkowe seien weiter unter russischer Kontrolle. Es würden Reserven in den Kampf geführt, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Verwaltungschef Andrej Alexejenko. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

Nach Angaben des Generalstabs in Kiew sind die ukrainischen Truppen bereits etwa 50 Kilometer nach Osten vorgestoßen. Der Angriff läuft über Balaklija hinaus in Richtung der Stadt Kupjansk. Dort ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, über den Russland seine Truppen beim Angriff auf den Donbass versorgt. In Kupjansk ordnete die Besatzungsverwaltung die Evakuierung von Frauen und Kindern an.

Die russische Militärführung sei von der Attacke bei Balaklija offenbar überrascht worden, analysierte der US-Militärexperte Michael Kofman auf Twitter. „Die russischen Kräfte waren zu weit verteilt.“ Es gebe dort kaum Reserven. Im Unterschied zu dem schnellen Vorstoß im Osten scheine die Ukraine bei ihrer anderen Gegenoffensive im Süden im Gebiet Cherson sehr systematisch vorzugehen.

In der Großstadt Charkiw schlugen nachts erneut russische Raketen ein, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Es seien mehrere Häuser getroffen worden, niemand sei verletzt worden.

Ukraine fordert Entschädigung von Russland

„Wir wollen eine Kompensation für alle Schäden, die Russland in der Ukraine durch seinen Angriffskrieg verursacht hat“, sagte Justizminister Maliuska den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Der Schaden, den die Ukraine durch die russische Invasion erlitten hat, wird mittlerweile schon viel höher geschätzt. Doch die genannte Summe von 300 Milliarden US-Dollar entspricht den Guthaben der russischen Nationalbank in den G7-Staaten, die im Zuge der Sanktionen eingefroren wurden. Maliuska verlangte den Zugriff darauf sowie auf das Auslandsvermögen russischer Staatsunternehmen und beschlagnahmten Besitz russischer Oligarchen.

Liz Mikos