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Gastronomiebetriebe fordern Hilfe bis zum Ende der Krise

07:12
04.02.2022
Vor dem Ende der Corona-Krise und der damit verbundenen Einschränkungen darf aus Sicht der Gastronomen im Land auch die finanzielle Hilfe vom Staat nicht auslaufen. «Die Hilfen für die Gastronomie müssen so sein, dass die Betriebe wirtschaftlich überleben können», sagte Daniel Ohl, dem Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Baden-Württemberg, der «Badischen Zeitung». «Und sie müssen so lange bezahlt werden, so lange die Krise dauert und die Einschränkungen vorhanden sind.»

Es gebe etwa größere Betriebe, die nun wegen der langen Krisendauer ihren sogenannten EU-Beihilferahmen ausgeschöpft hätten - für die brauche es eine Lösung, sagte Ohl. «Sonst kriegen sie gar nichts mehr. Das kann natürlich nicht sein.» Man müsse sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Gastronomie und Hotellerie einen wirtschaftlichen Hauptteil der Last in dieser Krise trügen.

Die Gastrobranche hat laut Ohl seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 einen enormen Umsatzverlust erlitten. «Wir haben allein in Baden-Württemberg in dieser Zeit 12 Milliarden Euro verloren. Das entspricht einem Nettojahresumsatz der Branche im Land.»

(dpa/lsw)

Rufe nach Plan für Corona-Lockerungen

06:50
04.02.2022
Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Corona-Neuinfektionen ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben von Freitagmorgen 248 838 neue Fälle in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 190 148. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 1349,5 an - ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1283,2 gelegen, vor einer Woche bei 1073.

Die Diskussion um die Lockerung von Corona-Beschränkungen geht derweil weiter. Befürworter dringen auf vorbereitende Schritte, sie begründen dies mit den bislang weniger schweren Krankheitsverläufen in der Omikron-Welle. Gegner einer baldigen Lockerung warnen vor einer Belastung durch die reine Menge an Infektionen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, hält es für möglich, dass Maßnahmen im März komplett wegfallen könnten. «Wir werden uns in den nächsten Wochen in aller Ruhe anschauen, ob eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen über den 19. März hinaus überhaupt notwendig ist», sagte Fechner der «Welt» (Freitag). Wenn Mitte Februar tatsächlich ein Rückgang der Omikron-Variante festgestellt werde, stelle sich die Frage, ob es die Einschränkungen im Frühjahr- und Sommer überhaupt noch brauche.

Das Infektionsschutzgesetz wurde zuletzt im Dezember durch Bundestag und Bundesrat geändert. Es ermöglicht Bund und Ländern, eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen, darunter Maskenpflicht oder Abstandsgebote. Die Maßnahmen sind aktuell bis zum 19. März befristet, könnten aber einmalig um bis zu drei Monate durch den Bundestag verlängert werden.

Die Grünen-Fraktion mahnt weiter zu Vorsicht. «Auf bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch eine Reduzierung der Kontakte werden wir jetzt nicht verzichten können», sagte Fraktionschefin Britta Haßelmann der «Welt». Die Omikron-Welle habe ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Auch wenn die Krankheitsverläufe weniger schwer seien, führten sie in großer Zahl zu einer spürbaren Belastung der Kliniken. Über die Verbreitung des Subtyps BA.2 wisse man noch zu wenig, die Impflücke sei zu groß.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert bereits jetzt einen Öffnungsplan. «Was wir jetzt brauchen, ist ein Freedom Plan - ein Plan, wie wir schrittweise und an Parametern orientiert lockern. Diesen Freedom Plan zu formulieren, ist nun wichtigste Aufgabe der Politik», sagte Gassen der «Rheinischen Post» (Freitag). Deutschland müsse lernen, mit Corona zu leben. «Manche meinen, die Pandemie sei erst vorbei, wenn keiner mehr an Corona stirbt. Das ist ein Irrtum: Corona wird wohl dauerhaft Teil des Krankheitsgeschehens bleiben.»

Intensivmediziner warnen bei vorschnellen Lockerungen vor einer «Achterbahnfahrt» der Infektionszahlen. «Lockerungen der Corona-Maßnahmen, wie sie jetzt einige Bundesländer angekündigt haben, kommen zu früh», sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Es wäre fatal, wenn wir durch zu frühe Lockerungen in eine Achterbahnfahrt mit erneut steigenden Infektionszahlen gerieten.»

(dpa)

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