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Neu-Ausrichtung: Luca-App soll Bezahlen im Restaurant ermöglichen

10:35
02.02.2022
 Die umstrittene Luca-App zur Bekämpfung der Corona-Pandemie soll neu ausgerichtet werden. «Eine Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter findet aktuell gar nicht mehr statt», sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Culture4Life, Patrick Hennig, am Mittwoch in Berlin.

Daher richte man sich mit der Weiterentwicklung der App vor allen an die Luca-Partner in der Gastronomie und Kultur. Über die Pläne hatte die «Bild» zuerst berichtet.

So sollen Restaurant-Besitzer und Event-Veranstalter künftig auf einen Blick den kompletten Impfnachweis und die Identität ihrer Gäste überprüfen können. In einer neuen Version der App, die Ende der Woche erscheinen soll, werde man zu diesem Zweck auch den Personalausweis lokal auf dem Smartphone speichern können. Dies werde in Form eines sogenannten Token geschehen, der über eine Partner-App verifiziert bereit gestellt werde. Außerdem soll das Luca-System zu einem kompletten Zahlungssystem für Restaurants ausgebaut werden.

Die Macher der App müssen sich derzeit ein neues Geschäftsmodell suchen, weil die meisten Bundesländer ihre Verträge mit Culture4Life auslaufen lassen oder gekündigt haben. Die Luca-App war im Jahr 2020 gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen.

An dem System entzündete sich immer wieder heftige Kritik. Die Luca-Skeptiker stören sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Kritiker, wie der Chaos Computer Club, warnten vor einem Missbrauch der Datenbestände, die über das Luca-System eingesammelt werden. Das von Kritikern bemängelte Luca-Verschlüsselungssystem hielt zwar Angriffen stand, die Luca-Macher konnten aber nicht verhindern, dass in einem Fall die Polizei in Mainz die Daten von Gästen widerrechtlich über das Gesundheitsamt abfragen ließ, um eine mögliche Straftat aufzuklären.

Beim neuen Digitalisierungsangebot für Restaurants, Bars und Cafés will Luca unter anderem nun mit geringeren Gebühren für Kartenzahlungen punkten. Luca sei in der Lage, deutlich günstigere Konditionen pro Transaktion anzubieten. Die neuen Funktionen für Gastronomie und Kultur hätten aber keine Auswirkungen auf die bereits angekündigte Strategie für die Gesundheitsämter, betonte Henning. Das neue Modell, Luca nicht dauerhaft abonnieren zu müssen, sondern nur noch bei Bedarf einzusetzen, ermögliche es den Gesundheitsämtern, auch mit Blick nach vorne in einer endemischen Lage gezielt auf lokale Ausbrüche reagieren zu können. Die Daten der Anwender seien zweckgebunden und würden nur für die Kontaktnachverfolgung verwendet. «Luca hat dafür keine andere Verwendung und auch gar keinen Zugriff.»

(dpa)

Studie: Interesse an Krebsprävention wächst nach Corona-Delle wieder

10:09
02.02.2022
Nach der Zurückhaltung im Corona-Jahr 2020 haben 2021 wieder mehr Menschen Angebote zur Krebsfrüherkennung wahrgenommen.

Besonders stark war die Zunahme bei Mammografie-Untersuchungen im ersten Halbjahr 2021, wie die DAK auf Basis der Abrechnungszahlen ihrer 650 000 Versicherten im Südwesten mitteilte. Sie stiegen um 70 Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte des Jahres 2020 an, als die Pandemie sich stark ausbreitete und die Angst vor Ansteckung mit der noch unbekannten Krankheit groß war.

Hautkrebs-Untersuchungen nahmen um 22 Prozent zu, Prostata-Screenings stiegen um knapp 12 Prozent an. Bei allen Screenings zusammen ergab sich ein Plus von 16 Prozent in Vergleich zur ersten Hälfte 2020.

Insgesamt lag die Inanspruchnahme der Krebsvorsorge 2021 aber noch rund 15 Prozent unterhalb des Vor-Corona-Niveaus von 2019, betonte die DAK am Mittwoch in Stuttgart.

Anlässlich des Weltkrebstages am kommenden Freitag wertete DAK-Landeschef Siegfried Euerle die Zunahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen als positives Signal: «Krebs ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen im Land, daher muss es unser Ziel sein, bei der Krebsprävention den Stand vor der Corona-Pandemie zu erreichen.» Dies sei trotz des erkennbaren Aufholeffekts noch nicht vollständig gelungen. Es bestehe in der Corona-Pandemie weiterhin die Gefahr, dass Tumorerkrankungen zu spät entdeckt würden.

Laut Statistischem Bundesamts ist Krebs die Ursache für ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland. So starben 2019 rund 231 000 Frauen und Männer an den Folgen einer Tumorerkrankung. Im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist Krebs die häufigste Todesursache in Deutschland.

Auch in Pandemie-Zeiten gehen Frauen laut DAK-Sonderanalyse deutlich häufiger zur Krebsvorsorge in die Arztpraxen. So lag ihr Anteil 2020 und 2021 bei allen Krebsvorsorgeuntersuchungen von DAK-Versicherten fast konstant bei rund 60 Prozent. Bei Männern waren es 40 Prozent. Mit rund 72 000 Screenings pro Halbjahr wird die Gebärmutterhalskrebsprävention der DAK zufolge von allen Vorsorgeuntersuchungen gegen Tumore in Baden-Württemberg am häufigsten genutzt.

Ihre Zahl blieb 2020 und 2021 nahezu konstant. Ein Vergleich mit dem Niveau vor der Corona-Pandemie sei nicht möglich, da die Gebärmutterhalskrebsvorsorge erst 2020 ins Leistungsportfolio der Krankenkassen aufgenommen wurde. Seit dem Start 2020 ist die Inanspruchnahme laut DAK trotz Corona stark angestiegen und bleibt konstant auf hohem Niveau.

(dpa)

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