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Bundeskanzler Scholz pocht auf Patentschutz für Corona-Impfstoff

14:32
18.02.2022
Deutschland und die Europäische Union haben der Forderung afrikanischer Länder nach einer Freigabe der Patente von Corona-Impfstoffen eine deutliche Absage erteilt. «Es geht ja darum, dass wir den großen Fortschritt, der zum Beispiel mit der Entwicklung der mRNA-Technologie verbunden ist, jetzt nicht verspielen», sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag nach einem zweitägigen Gipfel zwischen der EU und der Afrikanischen Union in Brüssel. Dieser Fortschritt habe auch etwas damit zu tun, dass Eigentumsrechte gewahrt blieben. Scholz betonte, dass es vielmehr darum gehe, Produktionsmöglichkeiten vor Ort schaffen.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte erneut nachdrücklich die Patentfreigabe gefordert. Spenden alleine seien kein nachhaltiger Weg, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen. In der gemeinsamen Abschlusserklärung wird dieser Dissens kaschiert. So ist unter anderem von «freiwilligem Technologie-Transfer» die Rede.

In diese Richtung geht auch die Ankündigung vom Freitag, dass in sechs Ländern Afrikas in absehbarer Zeit mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) patentfreier mRNA-Impfstoff hergestellt werden soll. Die Länder sollen jetzt die nötige Technologie erhalten und bei der Ausbildung der Fachkräfte unterstützt werden. Patente werden dabei nach WHO-Angaben nicht verletzt.

(dpa)

Lauterbach sieht noch längere Auswirkungen von Corona-Krise

13:52
18.02.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht noch längere Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland und auch keine einfache Rückkehr zur vorherigen Normalität. Zu denken sei hierbei in Zeiträumen von zehn Jahren, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe eine Gruppe in der Bevölkerung, bei der Impfungen allein nicht ausreichend wirkten, etwa bei Menschen mit Immundefekten und Patienten mit Krebs oder nach einer Chemotherapie.

Lauterbach erläuterte, der nach der Pandemie angestrebte «endemische Zustand» werde teils so dargestellt, als wäre dies etwas, «was wir feiern müssten». Dies bedeute aber weiterhin, dass es immer wieder Ausbrüche und möglicherweise neue Varianten geben könne. Die gute Nachricht sei, dass es einen «Zug der Grundimmunisierten» gebe, mit dem alle unterwegs seien, und bei dem der Schutz der Bevölkerung besser werde. «Aber der Zug nimmt nicht alle gleichermaßen mit, und er muss auch ab und zu anhalten.»

Mit Blick auf den Herbst sagte Lauterbach, mit einer Kombination aus einer umgesetzten allgemeinen Impfpflicht, einer Frühüberwachung des Infektionsgeschehens und Arzneimitteln könne ein Rückfall vermieden werden. Eine Infektion mit der Omikron-Variante schütze nicht gut vor neuen Varianten und möglicherweise nicht einmal vor einer erneuten Omikron-Infektion. Der Minister appellierte an alle, die nun eine Omikron-Infektion hatten, mit einer Impfung nachzulegen. Damit werde schon ein guter Schutz erreicht.

(dpa)

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