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Immunologe Meyer-Herrmann: "Licht am Ende des Tunnels"

10:30
18.02.2022
Der Immunologe Michael Meyer-Hermann aus dem Corona-Expertenrat der Bundesregierung sieht Anlass zur Hoffnung in der Omikron-Welle, mahnt aber zu maßvollen Lockerungen.

«Es ist Licht am Ende des Tunnels», sagte der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig am Freitag in Berlin.

Im europäischen Vergleich komme Deutschland recht gut durch die Pandemie: So verzeichne die Bundesrepublik derzeit etwa 1400 Tote pro eine Million Menschen, was «eine erschreckend hohe Zahl» sei. In anderen europäischen Ländern liege die Zahl aber bei 2200. Südkorea allerdings habe nur 140 auf eine Million.

Meyer-Herrmann wies darauf hin, dass die Lage noch sehr fragil und deswegen bei Lockerungen ein maßvolles und stufenweises Vorgehen wichtig ist. «Wir sind in einer Situation, wo wir einen Rohrbruch versuchen zu kontrollieren. Wir halten die Hand drauf», sagte er und bezog sich dabei auf die Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht. «Es ist natürlich nicht so eine gute Idee, die Hand wegzunehmen, bevor man den Haupthahn abgedreht hat.»

Um in eine endemische Lage zu kommen, müsse eine gewisse Grundimmunität erreicht werden, für die die Impfungen der entscheidende Faktor seien, so der Wissenschaftler. Er gehe davon aus, dass sich angesichts der Lockerungen vermehrt die Ungeimpften anstecken würden. Entsprechend sei bei ihnen vermehrt mit Todesfällen zu rechnen und schweren Verläufen, «die auch nicht lustig sind».

Meyer-Herrmann warnte zudem vor dem Trugschluss, sich von einer Omikron-Infektion eine Immunisierung zu erwarten. Wer eine Omikron-Infektion überstanden habe, aber ungeimpft sei, habe einen geringen Schutz vor andere Corona-Varianten wie Delta.

(dpa)

Lauterbach: Kinder auch in Schulen weiter schützen

10:10
18.02.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat trotz leicht sinkender Neuinfektionszahlen vor einem kompletten Aufgeben der Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen gewarnt.

Wie bei Erwachsenen gelte es, auch die Kinder in einen «geschützten Raum hinein» mitzunehmen und «nicht eine Durchseuchung in den letzten Monaten bis zum besseren Wetter» zuzulassen, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. «Das ist nicht akzeptabel.»

Die Bundesregierung fordere weiter zu einem guten Schutz der Kinder auf. Dazu zählten bei den gerade noch hohen Inzidenzen natürlich auch Masken.

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig erläuterte, vorrangig müsse dafür gesorgt werden, dass Schulen «stabil und gleichmäßig» offen blieben. Man könne daher Masken in den Schulen dann absetzen, «wenn das dieses Ziel nicht gefährdet». Er wies hin auf erhebliche mentale Belastungen für Kinder durch Unsicherheit, wie es weitergehe - etwa mit einem dauernden Hin und Her zwischen verschiedenen Regeln auch zu Masken.

Lauterbach begrüßte die jüngste Stellungnahme des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, dass der Schutz der Kinder sehr wichtig sei. Er ärgere sich immer, wenn die Rede davon sei, dass Infektionen für Kinder unbedenklich seien oder gar unbedenklicher als Impfungen. «Das ist beides schlicht falsch.»

(dpa)

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