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Goretzka: Fürchte, dass Pandemie auch mit Fans etwas gemacht hat

12:26
12.02.2022
Nationalspieler Leon Goretzka hofft wieder auf volle Stadien, hat aber Bedenken, dass einige Fans sich in der Corona-Pandemie vom Fußball vielleicht abgewendet haben könnten. «Es wäre ein Fehler, wenn wir glauben, dass sich die Stadien wieder wie selbstverständlich komplett füllen. So ehrlich muss man sein. Ganz so einfach wird es aber vermutlich nicht, denn ich fürchte schon, dass die vergangenen zwei Jahre mit vielen Fans auch etwas gemacht haben», sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern München in einem Interview der «Welt am Sonntag».

Er hofft, dass die Pandemie dem ganzen Profigeschäft bewusst gemacht hat, «dass die Fans durch ihre Euphorie den Fußball erst so groß gemacht haben. Sobald es die pandemische Lage zulässt, sollten wir daher so schnell wie möglich wieder zu dem Fußball zurückkommen, den wir alle lieben - mit ausgelassener Stimmung auf den Rängen und in den Fußballkneipen.»

Goretzka, der immer wieder auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen Stellung bezieht, appellierte zudem, dass sich in Zukunft auch mehr Sportler äußern. «Ich möchte jeden Menschen, jeden Kollegen dazu ermutigen, Stellung zu beziehen, denn ich denke, dass es wichtig ist, seine Stimme zu erheben. Ich finde auch, dass es schon einige Kollegen in der Bundesliga gibt, die sich klar positionieren. Das freut mich», sagte der 27-Jährige.

Er habe den Eindruck, dass der eine oder andere gern mal etwas sagen würde, es aber aus Sorge über mögliche Konsequenzen sein lasse: «Vielleicht auch aus Angst vor dem Gegenwind oder sogar Hasskommentaren, was man natürlich aushalten muss. Das ist aber nicht einfach. Vor dem Hintergrund kann ich auch die Zurückhaltung bei dem einen oder anderen verstehen.»

(dpa)

GEW-Chefin: Kinder im Klassenzimmer zu wenig vor Corona geschützt

11:49
12.02.2022
Auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle sieht die Bildungsgewerkschaft die Sicherheit in den Klassenzimmern im Südwesten alles andere als gewährleistet. «Die Inzidenz steigt und steigt jedenfalls und es wird leider nicht alles für die Sicherheit getan», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein im «Offenburger Tageblatt» auf die Frage, ob gerade die «Durchseuchung der Kinder» stattfinde. Vielerorts fehle es an Schutzmaßnahmen. Kinder und Jugendliche nähmen seit zwei Jahren Rücksicht auf die Gesamtgesellschaft und müssten bei allen Entscheidungen nun endlich Priorität haben, forderte Stein.

Die GEW fordere schon seit Sommer 2020 flächendeckend Luftreinigungsgeräte, kritisierte Stein - es seien immer noch nicht überall welche geplant, geschweige denn angekommen. «Außerdem fordern wir ausreichende Testungen und FFP2-Masken für alle Schüler, die sich damit schützen wollen und deren Eltern das nicht finanzieren können oder wollen.» Es dürfe nicht von der Schulträgerschaft abhängen, wie gut es um den Schutz an Schulen bestellt sei, sagte Stein. «Auch in finanzschwächeren Gemeinden brauchen wir Sicherheit für alle Beteiligten.»

Stein erklärte, die Schulleitungen befänden sich derzeit im Spagat, da sie mit sehr unterschiedlichen Elterninteressen konfrontiert seien. «Die einen fordern vehement Fernunterricht, die anderen sind gegen Tests und Masken», sagte sie. Zudem sorgten sich die Schulleitungen um die Lehrkräfte und müssten den Schulbetrieb irgendwie aufrecht erhalten.

(dpa/lsw)

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