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Handelsverband begrüßt Bewegung bei 2G-Regel in vielen Ländern

18:05
09.02.2022
Immer mehr Bundesländer heben die sogenannte 2G-Regel für den Einzelhandel auf - sehr zur Freude des Handelsverbands Deutschland (HDE). «Die meisten Bundesländer sind mittlerweile auf den Pfad der Vernunft zurückgekehrt und haben die im Kampf gegen die Pandemie nutzlose 2G-Regelung beim Einkauf abgeschafft», teilte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth am Mittwoch auf Anfrage mit. «Allerdings gibt es Landesregierungen, die unverständlicherweise nicht direkt handeln, sondern noch einige Tage an 2G im Einzelhandel festhalten wollen.» Für die Geschäfte bedeute das «Tag für Tag» Verluste.

Der Verband kritisiert die Regeln, wonach Kundinnen und Kunden für den Zugang zu Geschäften geimpft oder genesen (2G) sein müssen, seit Wochen. Zwar hatten sich Bund und Länder gemeinsam auf diese Einschränkung verständigt. Inzwischen gilt die Regel in den meisten Bundesländern aber nur noch eingeschränkt, wenn überhaupt. Andere stehen kurz davor, sie abzuschaffen.

In Bayern etwa ist die 2G-Vorgabe für den Einzelhandel bereits seit längerem ausgesetzt, nachdem der Verwaltungsgerichtshof die Einschränkung im Januar gekippt hatte. Auch in Niedersachsen hatte ein Gericht der 2G-Regel eine Absage erteilt. In beiden Bundesländern gilt seither eine FFP2-Maskenpflicht in den Geschäften. So verfahren seit diesem Mittwoch auch Brandenburg und Baden-Württemberg. Berlin will 2G erst später kippen.

In Hamburg und Bremen wird die Regel in den kommenden Tagen voraussichtlich ebenfalls durch die FFP2-Maskenpflicht ersetzt werden. In Nordrhein-Westfalen wiederum gilt 2G zwar weiter, allerdings müssen die Händler die Nachweise nur noch stichprobenhaft kontrollieren.

Auch Sachsen-Anhalt will die 2G-Regelung im Einzelhandel kippen. «Dass 2G im Einzelhandel fällt, ist klar», sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Am kommenden Dienstag werde das Kabinett den Beschluss fassen und zeitnah nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch auf den Weg bringen. «Wir wollen die Beschlüsse als Paket fassen mit Regelungen für die Schulen, den Sport und die Gastronomie.» In Thüringen gilt seit diesem Montag 3G. Kundinnen und Kunden können dort also auch mit einem negativen Corona-Test einkaufen.

Am Mittwoch stellte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Aussicht, die auf 2G basierenden Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel bundesweit abzuschaffen. «Wir werden gemeinsam in der Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten einen schrittweisen Plan für mehr Perspektiven beraten, der die Öffnungen verantwortungsvoll mit einem Basisschutz absichert», sagte Wüst, der aktuell Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Die Runde kommt am 16. Februar erneut zusammen.

(dpa)

Corona-Inzidenz im Südwesten steigt leicht

16:48
09.02.2022
Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg erneut leicht gestiegen. Innerhalb einer Woche wurde eine Infektion mit dem Coronavirus bei 1542,6 Menschen je 100 000 Einwohner nachgewiesen, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Das waren 5,3 mehr als am Vortag. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es 1284,5. Zwei Kreise sind noch unter einer Inzidenz von 1000: Die Stadtkreise Heidelberg mit 925,4 und Stuttgart mit 815,6. Den höchsten Wert verzeichnete der Stadtkreis Ulm mit 2368,6.

Im Vergleich zum Vortag meldete die Behörde 32 778 neue Ansteckungen - ein Anstieg auf 1 620 835 registrierte Fälle seit Beginn der Pandemie. Am Coronavirus oder im Zusammenhang damit sind mittlerweile 13 847 Menschen gestorben. Das waren 25 mehr als am Vortag.

Etwa durch die hohe Auslastung der Testkapazitäten gehen Experten von einer großen Dunkelziffer bei unerkannten Infektionen aus. Zudem hatte die Stadt Stuttgart am Freitag mitgeteilt, die hohe Zahl an Corona-Infektionsfällen derzeit nicht mehr schnell genug bearbeiten zu können. Es gibt also einen starken Meldeverzug.

Auf den Intensivstationen im Land lagen am Mittwoch 275 Covid-Patientinnen und -Patienten, 16 weniger als am Vortag. Damit sind den Angaben nach 12,3 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Erkrankten belegt. Die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb einer Woche und pro 100 000 Einwohner in ein Krankenhaus kamen, sank um 0,3 auf 7,4 (Hospitalisierungsinzidenz).

8 162 246 Menschen aus Baden-Württemberg sind inzwischen mindestens einmal geimpft. Das seien 73,5 Prozent der Gesamtbevölkerung, teilte das Landesgesundheitsamt weiter mit. Als geboostert - durch eine Auffrischungsspritze - gelten 6 020 780 Menschen beziehungsweise 54,2 Prozent.

(dpa/lsw)

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