Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hat der Union vorgeworfen, im Streit um den Weg zu einer allgemeinen Corona-Impfpflicht rein parteipolitisch und nicht sachorientiert zu agieren.
Es sei irritierend, dass CDU und CSU bei diesem so wichtigen Thema «ihre Oppositionsrolle schärfen» müsse, sagte er am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin». Die Menschen erwarteten aber Lösungen. Das werde nur funktionieren, wenn die Parteien zusammenarbeiteten.
Die Bundestagsabgeordneten sollen nach dem Willen der Koalition von SPD, Grünen und FDP unabhängig von Fraktionsdisziplin über mehrere parteiübergreifende Gruppenanträge abstimmen, voraussichtlich im März. Die Union pocht dagegen darauf, dass die Regierung einen eigenen Entwurf vorlegt. Es gibt drei Anträge unterschiedlicher Abgeordnetengruppen: einen für eine Impfpflicht ab 18 Jahren, den auch Nouripour unterstützt, einen für eine Pflichtberatung und bei unzureichender Impfquote eine Impfpflicht ab 50 Jahren und einen gegen eine Impfpflicht.
Zur Bekämpfung der derzeitigen extremen Corona-Welle käme die allgemeine Impfpflicht zu spät. Nach einer erwarteten Entspannung im Frühjahr und Sommer wird aber für den Herbst mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen gerechnet. Es gehe darum, einer übernächsten Corona-Welle entgegenzuwirken, erklärte Nouripour.
Mit Blick auf die Lockerungsdebatte sagte er, es bleibe abzuwarten, ob der Höhepunkt der derzeitigen Welle wie allgemein vermutet Mitte des Monats überwunden werde. Dass aber Öffnungsschritte erarbeitet würden, wie dies etwa Baden-Württemberg gerade tue, sei richtig.