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Zoff um Kommission zu Corona-Lehren: Alleingang von Grün-Schwarz

16:52
07.02.2022
Monatelang hat Grün-Schwarz mit SPD und FDP gerungen - nun ist der Plan für eine gemeinsame Kommission zu Lehren aus der Pandemie gescheitert. Grüne und CDU entschieden sich am Montag, die geplante Enquetekommission «Krisenfeste Gesellschaft» im Alleingang zu schaffen. SPD und FDP warfen Grün-Schwarz vor, sich einer Aufarbeitung der Corona-Politik zu verweigern. Die Opposition wolle ausschließlich «im Rückspiegel Schuld verteilen», konterte CDU-Fraktionschef Manuel Hagel. Er und sein Grünen-Kollege Andreas Schwarz betonten, dass man zwar Lektionen aus der Pandemie ziehen wolle, der Fokus aber auf der Zukunft liege.

Schwarz versicherte, die geplante Kommission solle keine «Laberveranstaltung» sein, man wolle den «Elfenbeinturm» verlassen. Bei dem Projekt sollen Bürgerinnen und Bürger, Sachverständige und Abgeordnete gemeinsam an einem Tisch sitzen. Es gebe noch kein Datum für den Start. Bis zum Frühjahr 2024 wollen die Fraktionschefs im Südwesten aber konkrete Ideen sehen. Die Mitglieder der Kommission sollen sich die Bereiche Gesundheit, Gesellschaft, Krisenvorsorge und Wirtschaft anschauen.

Schwarz will auch Kinder und Jugendliche mit an den Tisch holen. «Es geht darum, es besser zu machen.» Natürlich betrachte man dabei auch die Vergangenheit, also wie die Regierung mit der Corona-Pandemie umgangen ist. Heute würde man Schulen mit dem Wissen aus den vergangenen Monaten nicht mehr schließen, erklärte der Grünen-Fraktionschef.

Liberale und Sozialdemokraten sind laut Schwarz und Hagel nun zur Mitarbeit eingeladen, einen gemeinsamen Antrag wird es aber nicht mehr geben. «Wir haben über viele Monate Brücken gebaut, über die die Opposition hätte gehen können», sagte Hagel. «Aber sie muss halt auch über Brücken gehen wollen.»

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch entgegnete: «Es ist bedauerlich für das Land, dass die Grünen eine gemeinsame Aufarbeitung des Corona-Managements in Baden-Württemberg verhindert haben.» Und er ergänzte: «Wer das Land für künftige Krisen wappnen will, darf die Augen nicht vor den Fehlern der Vergangenheit verschließen.» Die Grünen seien jedoch nicht bereit «für eine ehrliche Aufarbeitung». Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke betonte: «Es stellt sich die Frage, was die Regierungskoalition mit Blick auf ihr bisheriges Corona-Management zu verbergen hat.» Es sei eine «Riesenchance» verpasst worden.

«Der unzureichende Schutz unserer Verletzlichsten in den Heimen oder die sozialen Auswirkungen der besonders von der Krise betroffenen Kinder und Jugendlichen muss ehrlich und umfassend aufgeklärt werden», verlangte Stoch. Er und Rülke kündigten aber an, sich trotzdem in der Enquetekommission dafür einzusetzen, dass eine grundlegende Analyse erfolgt. Der SPD-Mann erklärte, ein Untersuchungsausschuss sei indes nicht vom Tisch.

(dpa)

Krankenhäuser kritisieren Bayerns Alleingang bei Impfpflicht

16:52
07.02.2022
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat Bayerns Alleingang bei der Aussetzung der Impfpflicht für Klinikpersonal kritisiert. Für die Krankenhäuser ändere sich trotz der Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nichts, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag). Die Ankündigung befreie die Kliniken nicht davon, sich an das Gesetz zu halten. «Wir sind verpflichtet, bis zum 15. März die nicht geimpften Mitarbeiter den Gesundheitsämtern zu melden. Darauf sind wir vorbereitet und dies werden wir auch durchführen.»

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Montag erklärt, er wolle die geplante Impfpflicht für Bedienstete im Gesundheitswesen vorerst nicht umsetzen. Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht soll eigentlich vom 15. März an greifen. Sie wurde im Infektionsschutzgesetz verankert.

Der Vollzug des Gesetzes müsse über die Bundesländergrenzen hinweg einheitlich erfolgen, forderte Gaß. «Wenn manche Bundesländer nun für sich erkennen, mehr Zeit und weitere Abstimmungen für den Vollzug zu benötigen, nehmen wir das zur Kenntnis.» Er erwarte bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz aber eine einheitliche Umsetzung.

(dpa)

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