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Lauterbach schlägt konkrete Quarantäne-Neuregelungen vor

15:18
05.01.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat mögliche Änderungen bei Quarantäneregeln angesichts der Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron konkretisiert. Der SPD-Politiker stellte dazu den Ländern am Mittwoch ein Konzept vor, das sein Ministerium zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) als Grundlage erarbeitet hat. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuvor hatten die «Bild»-Zeitung und der «Spiegel» darüber berichtet.

Für die allgemeine Bevölkerung soll demnach gelten, dass man nach sieben Tagen aus einer Quarantäne nach Kontakt zu Infizierten oder aus einer Isolation wegen einer eigenen Infektion heraus kann. Bedingung ist aber ein anschließender negativer PCR-Test oder ein «hochwertiger» Antigen-Schnelltest. Nach zehn Tagen soll die Absonderung auch ohne Test enden.

Für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur etwa auch in Kliniken und Pflegeheimen soll gelten: Kontaktpersonen können nach fünf Tagen mit obligatorischem PCR-Test aus der Quarantäne heraus, Erkrankte nach sieben Tagen ebenfalls nur mit PCR-Test aus der Isolation. Generelle Bedingung soll demnach zusätzlich sein, dass man zuvor mindestens 48 Stunden frei von Krankheitssymptomen war.

Kinder, die in Schulen oder Horten als Kontaktpersonen eingestuft werden, sollen sich nach fünf Tagen mit anschließendem PCR-Test oder hochwertigem Antigentest «freitesten» können. Dabei wird darauf hingewiesen, dass in Schulen Schutzmasken empfohlen werden.

Der Vorschlag sieht außerdem Ausnahmen von der Quarantäne als Kontaktperson vor: unter anderem für «Geboosterte» mit einer Karenzzeit von sieben Tagen nach der dritten Impfung - und «frisch» Doppelt-Geimpfte, deren zweite Spritze weniger als zwei Monate zurückliegt. Für sie soll die Ausnahme nach einer Karenzzeit von 14 Tagen nach der letzten Impfung greifen.

Die bisherige Unterscheidung zwischen schon dominierenden Virusformen und neuen «besorgniserregenden» Varianten soll entfallen - bisher gab es etwa für Omikron strengere Vorgaben.

(dpa)

Lauterbach will Bonus nur für begrenzten Kreis von Pflegekräften

15:11
05.01.2022
 Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will den geplanten Pflegebonus auf einen bestimmten Kreis von Pflegekräften begrenzen. «Der Pflegebonus sollte vor allem Pflegekräften bezahlt werden, die in der Corona-Pandemie besonders belastet waren», sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). «Dann kann der Bonus auch in nennenswerter Höhe angesetzt werden.» Nur so könne die besondere Leistung von Pflegekräften gewürdigt werden, die teilweise auch «ins persönliche Risiko gegangen» seien.

SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass es einen Corona-Bonus für Pflegekräfte geben soll. Dafür will die Ampel-Regierung eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro anheben.

Lauterbachs Äußerungen stießen auf Kritik. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte davor, Unfrieden zwischen Beschäftigten zu stiften. «Deshalb bleibt nichts anderes übrig, als allen Pflegekräften einen Bonus zu zahlen», sagte Vorstand Eugen Brysch. Das dürfe aber nicht von den Kassenbeiträgen der Pflegebedürftigen finanziert werden. Linke-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte monierte, statt die Pflege in der Dauerkrise zu unterstütze, spalte Lauterbach die Belegschaft mit «bürokratischer Erbsenzählerei». Der Minister sollte sich jetzt zuerst darum kümmern, miese Arbeitsbedingungen und Personalknappheit in Krankenhäusern zu bekämpfen.

(dpa)

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