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20220111143935

Kubicki plant schon zweiten Booster gegen das Coronavirus

14:38
11.01.2022
Während viele Politiker bei den Bürgern noch für das Boostern werben, nimmt Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki bereits die zweite Corona-Auffrischungsimpfung in den Blick. «Die Zahlen aus Israel zeigen uns, dass die Wirkung der Impfstoffe drei Monate nach der Auffrischungsimpfung erheblich nachlässt», sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Deshalb sei man dort dazu übergegangen, die vulnerablen Gruppen mit einem zweiten Booster zu versehen.

«Da Ende Februar drei Monate seit meiner ersten Auffrischung verstrichen sind, habe ich in Rücksprache mit meinem Arzt bereits vorsorglich einen entsprechenden Termin ins Auge gefasst.» Er gehe davon aus, dass sich die Gesundheitsministerkonferenz bis dahin in dieser Frage positioniert habe, sagte Kubicki. «Ich zähle mit meinen dann fast 70 Jahren eindeutig zur vulnerablen Gruppe.» Natürlich werde er mit seinem Arzt das weitere Vorgehen überdenken, wenn die Daten aus Israel zeigten, dass ein zweiter Booster als nicht sinnvoll anzusehen sei.

Kubicki zählt einerseits zu den engagierten Impfbefürwortern, lehnt eine Impfpflicht andererseits jedoch ab. «Entscheidend ist, dass das wesentliche Argument, man lässt sich impfen, um einen Fremdschutz zu erreichen, sich als falsch herausgestellt hat», sagte er am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Es lasse sich daher nicht rechtfertigen, Menschen gegen ihren Willen zu zwingen, sich impfen zu lassen. Kubicki gehört auch zu den Urhebern eines Antrags im Bundestag, der sich gegen eine allgemeine Impfpflicht wendet.

(dpa)

Mit Verspätung: Bolsonaro gründet Anti-Corona-Komitee für Indigene

14:38
11.01.2022
Rund zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ein Dekret verabschiedet, mit dem ein Ausschuss zum Kampf gegen das Coronavirus für indigene Völker gegründet wird. «Der Ausschuss sollte für die Überwachung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie bei isolierten oder kürzlich kontaktierten indigenen Völkern zuständig sein», hieß es in einer Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung am Dienstag. Ein Richter am obersten Gericht in Brasília hatte bereits im Juli 2020 angeordnet, Maßnahmen zum Schutz indigener Gemeinschaften vor Covid-19 zu ergreifen.

In Brasilien haben sich nach offiziellen Angaben mehr als 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wobei das System des Gesundheitsministeriums nach einem mutmaßlichen Hackerangriff immer noch beeinträchtigt ist. 618 000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - eine der höchsten Todeszahlen der Welt. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner.

Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne sank die Zahl der neu hinzukommenden Toten stark. Inzwischen sind fast 70 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft. Zuletzt stieg die Zahl der positiven Tests wieder, auch beeinflusst durch die Omikron-Variante, Weihnachten und Silvester.

Indigene in geschützten Gebieten wurden im Rahmen der landesweiten Impfkampagne bevorzugt gegen Corona geimpft. Das Virus war in indigenen Gebieten bisweilen außer Kontrolle geraten. Die Indigenen machten vor allem illegale Goldsucher für das Einschleppen des Coronavirus in ihre Territorien verantwortlich. Während sie sich als Hüter des Waldes sehen, befürwortet der brasilianische Präsident die wirtschaftliche Nutzung des Amazonasgebiets und will den bisher illegalen Goldabbau in indigenen Gebieten erlauben. Umweltbehörden und Kontrollorgane wurden gezielt geschwächt. Die Corona-Krise schränkte die Beamten bei ihrer Arbeit weiter ein.

(dpa)

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