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CDU und Linke gegen Pflegebonus nur für begrenzten Kreis

14:06
09.01.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stößt mit seinem Vorhaben, den geplanten Pflegebonus auf einen bestimmten Kreis von Pflegekräften zu begrenzen, auf Widerspruch von CDU und Linkspartei. Wer Sonderzahlungen für Pflegekräfte ins Spiel bringe, sollte vermeiden, sie nur einem eng begrenzten Kreis dieses Berufs zugestehen zu wollen, sagte der designierte CDU-Generalsekretär Mario Czaja dem «Tagesspiegel». Wenn die Politik sich entscheide, nach 22 Pandemiemonaten einen Bonus zahlen zu wollen, dann sollte den «die volle erste Front» des Gesundheitswesens erhalten. Czaja ist ehrenamtlich Präsident des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin und war dort bis 2016 Gesundheitssenator.

Auch die Linkspartei im Bundestag wendet sich gegen Lauterbachs Vorhaben. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Susanne Ferschl sagte dem «Tagesspiegel»: «Ein Pflegebonus müsste an alle Pflegekräfte gezahlt werden.» Denn die Pandemie sei für Intensiv-Pflegekräfte bis hin zu ambulanten Pflegediensten eine unglaubliche Belastung. «Diese unsägliche Differenzierung hat schon bei der Auszahlung des letzten Bonus zu viel Frust und Verärgerung geführt.»

Lauterbach hatte zuvor erklärt, der Pflegebonus sollte vor allem Pflegekräften bezahlt werden, die in der Corona-Pandemie besonders belastet waren. «Dann kann der Bonus auch in nennenswerter Höhe angesetzt werden», hatte der Minister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. Nur so könne die besondere Leistung von Pflegekräften gewürdigt werden, die teilweise auch «ins persönliche Risiko gegangen» seien.

SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass es einen Corona-Bonus für Pflegekräfte geben soll. Dafür will die Ampel-Regierung eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro anheben. 

(dpa)

Corona-Fälle beim FC Bayern: Söder für Überarbeitung von DFL-Regeln

12:26
09.01.2022
In der Diskussion um den Corona-Ausbruch beim FC Bayern München hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Anpassung der DFL-Regeln zur Absetzung von Profispielen angeregt. «Die passen nicht wirklich», befand Söder am Sonntag in der Sendung «Doppelpass» im TV-Sender Sport1 auch mit Blick auf die sich ausbreitende Omikron-Variante. «Wegen Corona sollte man sich wirklich etwas Vernünftiges überlegen.»

Der Rückrundenauftakt des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) am Freitagabend hatte trotz vieler Corona-Fälle bei den Münchnern stattgefunden. Grundlage ist die Spielordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL), wonach 16 einsatzbereite Spieler für den Anpfiff genügen. «Gesperrte Spieler oder Spieler mit "sporttypischen" Verletzungen gelten demnach als "zur Verfügung stehend" im Sinne der Statuten», steht dort allerdings auch geschrieben.

Söder empfand die Partie als «ziemliche Wettbewerbsverzerrung. Ich finde auch, dass die Regeln nicht ganz passen.» Auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn hatte eine Überarbeitung der Spielordnung angemahnt. Trainer Julian Nagelsmann regte ebenfalls schon vor der Partie an, das Thema nochmal zu diskutieren und die «eine oder Tagungsminute dafür zu investieren.»

(dpa)

Vesperkirchen bieten Essen und Impfen an

11:06
09.01.2022
In Karlsruhe und Mannheim können sich arme Menschen seit Sonntag bei winterlicher Kälte auf ein kostenloses warmes Mittagessen freuen. Die beiden Städte läuten die diesjährige Vesperkirchen-Saison der Evangelischen Kirche ein. Die Mutter aller Vesperkirchen in Stuttgart und die größte im Südwesten öffnet erst am kommenden Wochenende.

Erneut steht die Aktion im Zeichen von Corona: In Mannheim wird erwartet, dass sich die Mehrheit der Besucher eine Mahlzeit mitnimmt. Vor einem Jahr entschieden sich zwei Drittel für das To-Go-Angebot. Für das Speisen im Inneren der CityKirche Konkordien gilt die 2G-Plus-Regel, das heißt auch Geimpfte oder Genesene müssen eine negativen Test vorlegen. Wohnungslose bevorzugen nach Angaben der Organisatoren das Essen im Kirchenschiff, wo 120 Plätze vorhanden sind. Das Essen findet in zwei bis drei Schichten statt.

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Evangelischen Kirche in Mannheim 8000 Essen ausgegeben worden, halb so viel wie vor der Pandemie. Unter den Bedürftigen seien kaum Familien und junge Leute, hieß es von den Organisatoren. Hingegen sei die Altersarmut spürbar. Auf kostenloses Haareschneiden, Zahnarztbehandlung und Kleiderspenden müssen die Besucher aus Hygienegründen allerdings verzichten. Sozialberatung steht aber noch bis zum Abschluss am 6. Februar auf dem Programm.

In Karlsruhe ist die Hilfsaktion im Freien vorgesehen. Wegen Corona wird seit Sonntag eine Straßenvesperkirche ausgerichtet: In den Innenhöfen rund um die Johanniskirche können Bedürftige bis zum 6. Februar an mehreren «Weihnachtshütten» warme Mahlzeiten zum Mitnehmen, Vesperbeutel mit belegten Broten, Süßigkeiten und Obst bekommen. Aber auch selbst gestrickte Socken und Kleinspenden werden ausgegeben.

Die größte Vesperkirche im Land, die Stuttgarter Leonhardskirche, öffnet am 16. Januar für sieben Wochen. Vorerst sind warme Mahlzeiten zum Mitnehmen sowie die Ausgabe von Vesperbroten geplant. Ob der Kirchenraum geöffnet werden kann, ist abhängig von der aktuellen Corona-Lage. Zwei Impfteams bieten Immunisierungen an - auch Booster-Impfungen können vorgenommen werden. Die Landeshauptstadt war 1995 Vorreiter der Vesperkirchen, von denen es heute bundesweit etwa 40 gibt.

(dpa)

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