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Narren starten trotz Corona schwäbisch-alemannische Fastnacht

12:39
06.01.2022
Die Narren in Baden-Württemberg sind am Dreikönigstag traditionell in die Hochphase der schwäbisch-alemannischen Fastnacht gestartet. Wegen der Corona-Pandemie fielen große Veranstaltungen zwar aus. Vereinzelt hielten einige Vertreter aber das Brauchtum am Leben. So schnellten sie etwa in Markdorf am Bodensee zum Auftakt mit Karbatschen (Peitschen) die «fünfte Jahreszeit» ein. Auch einige Schaulustige beobachteten das Spektakel am Donnerstag in der Innenstadt. Die offizielle Veranstaltung hatte die Narrenzunft abgesagt.

Die Fastnacht im Südwesten startet deutlich später als der Karneval etwa in dessen Hochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf, wo die Saison schon am 11. November beginnt. Auch sind hierzulande traditionellere Verkleidungen zu sehen: Zum «Häs» (Kostüm) tragen die Narren oft kunstvoll geschnitzte Masken, «Larven» oder «Schemen» genannt. Statt «Helau» und «Alaaf» lautet der Narrenruf «Narri-Narro».

Welche närrischen Aktionen in der Zeit vom «Schmotzigen Dunschtig» bis Aschermittwoch trotz Pandemie möglich sein werden, wird sich erst noch zeigen - abhängig etwa von der Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus. Der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle, hatte vor kurzem gesagt, kommende Woche sei dazu ein Gespräch mit Vertretern aus dem Sozial- und aus dem Innenministerium geplant. Er ging davon aus, dass alle größeren Veranstaltungen mit hohem organisatorischen und finanziellen Aufwand abgesagt werden. Wer kleiner feiere, werde das vermutlich nicht groß bewerben, damit nicht aus der Region viele Zuschauer dorthin kämen.

Die 1924 gegründete VSAN mit Sitz in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) ist eine der ältesten Narrenvereinigungen Deutschlands. In ihr sind 68 Narrenzünfte aus den Regierungsbezirken Freiburg, Tübingen und Stuttgart, dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben sowie fünf Kantonen in der Schweiz zusammengeschlossen.

(dpa)

Lindner: Impfpflicht empfindlicher Eingriff in Selbstbestimmungsrecht

12:38
06.01.2022
Trotz Omikron-Variante fordert FDP-Parteichef Christian Lindner, einen Kurs maßvoller Beschränkungen in der Corona-Pandemie beizubehalten. «Der Schutz der Gesundheit ist ein hohes Gut, aber das höchste Gut unserer Verfassung, das ist und bleibt die Freiheit», sagte Lindner am Donnerstag in Stuttgart beim Dreikönigstreffen der Liberalen. Eine Impfpflicht bezeichnete er als empfindlichen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, über das zu Recht ohne Parteilinien entschieden werden müsse.

Lindner, der auch Bundesfinanzminister ist, sagte, der Verlauf der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen sei eine Bestätigung für ein maßvolles Vorgehen bei Eingriffen in Grundrechte. Die Krisenstrategie der neuen Bundesregierung mit 2G- und 3G-Regeln für den Hygieneschutz, der Wiedereinführung kostenloser Tests und einem Krisenstab mit einem Bundeswehrgeneral an der Spitze zeige Wirkung.

Deutschland habe in den vergangenen Wochen die erfolgreichste Booster-Kampagne für Impfungen in Europa organisiert. «Mit allen diesen Maßnahmen ist es gelungen, die vierte Welle zu bewältigen, ohne unser Gesundheitssystem zu überfordern», sagte Lindner. Dies sei auch die eigentliche Aufgabe der Maßnahmen.

Seit mehr als 140 Jahren starten die Liberalen am 6. Januar im Südwesten politisch in das neue Jahr. 1866 hatte sich ein Vorläufer der FDP, die Württembergische Volkspartei, in Stuttgart zur ersten «Dreikönigsparade» getroffen. Bei der Zusammenkunft will sich die FDP traditionell auf die Werte liberaler Geisteshaltung besinnen und zum Auftakt des neuen Jahres Selbstbewusstsein demonstrieren.

(dpa)

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