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20211203115617

RKI-Chef Wieler ruft bei Corona-Maßnahmen zum Durchhalten auf

11:55
03.12.2021
Der weitere Verlauf der vierten Corona-Welle und der Pandemie insgesamt ist nach Ansicht von RKI-Chef Lothar Wieler kaum vorherzusehen. Die bestehenden Maßnahmen müssten konsequent und vor allem auch langfristig umgesetzt werden, betonte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag in Berlin. «Wir dürfen halt die nächsten Monate nicht nachlassen.» Je früher man eingreife, desto stärker seien die Auswirkungen und desto weniger Fälle gebe es. «Dieses Spiel, diese Wachsamkeit, das wird uns noch einige Monate immer wieder bewegen.»

Alle vorhandenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie Impfungen, Hygienemaßnahmen und Medikamente müssten parallel eingesetzt werden und immer wieder angepasst werden. Letztlich brauche es einen sehr hohen Immunschutz in der Bevölkerung. «Wir werden sicher diese Pandemie wirklich nicht beenden, bevor nicht jeder einen Immunschutz hat», so Wieler. «Und ich kann immer nur noch mal ganz klar sagen: Lieber hol' ich mir den Immunschutz durch eine Impfung als durch eine natürliche Infektion.»

Mit Blick auf die weitere Entwicklung nach den am Donnerstag von Bund und Ländern beschlossenen schärferen Schutzmaßnahmen rechnet Wieler mit ersten Effekten in etwa zwei Wochen. Die Inzidenzen müssten aber dauerhaft gesenkt werden. «Wenn dann die Zahlen wieder runter gehen und wenn dann die Maßnahmen wieder gelockert werden, dann werden sie wieder steigen.»

Wieler verwies auch auf Folgen der hohen Belastung des Gesundheitssystems für andere Patienten, etwa Krebs-Erkrankte. Wenn kein Intensivbett zur Verfügung stehe, könne nicht operiert werden. Das sei zum Teil schon jetzt der Fall. Die Verschiebung einer Operation um nur vier Wochen könne das Sterberisiko bei einigen Krebsarten erhöhen. «Das kann nach einer internationalen Übersichtsarbeit pro 1000 BrustkrebspatientInnen zum Beispiel zu zehn mehr Todesfällen führen.»

(dpa)

Polen und die Schweiz werden zu Corona-Hochrisikogebieten

11:54
03.12.2021
Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. In den vergangenen Wochen wurden aber bereits zahlreiche EU-Staaten wieder auf die Risikoliste gesetzt, darunter auch die Nachbarländer Niederlande, Belgien und Österreich mit Ausnahme einzelner Gemeinden.

Insgesamt werden ab Sonntag weltweit wieder mehr als 60 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt. Hinzu kommen acht Virusvariantengebiete in Afrika, für die noch strengere Einreisebeschränkungen gelten. Sie waren wegen der Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in die höchste Risikokategorie eingestuft worden.

(dpa)

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