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20211203115448

Polens Gesundheitsministerium sieht Corona-Höhepunkt erreicht

11:53
03.12.2021
In Polen, das am Sonntag von Deutschland als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft werden soll, hat das Gesundheitsministerium trotz hoher Corona-Zahlen vorsichtigen Optimismus geäußert. «Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der vierten Corona-Welle», sagte der Ministeriumssprecher am Freitag in Warschau. Er erwarte eine baldige Trendumkehr zu sinkenden Infektionszahlen. In einzelnen Regionen wie der Wojewodschaft Karpatenvorland im Südosten Polens sei diese Trendumkehr bereits eingetreten.

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt.

Am Freitag meldete das polnische Gesundheitsministerium rund 27 000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, einige Hundert weniger als am Vortag, sowie 470 Todesfälle seit dem Vortag. Am Mittwoch hatte die Zahl der Toten mit 570 den höchsten Wert der aktuellen Pandemiewelle erreicht. Den Höchstwert hatte Polen im April mit über 35 000 neuen Fällen und 954 Toten binnen eines Tages registriert.

Die rechtspopulistische Regierung in Warschau verweist gegenüber Kritik an ihrer Scheu vor Kontaktbeschränkungen und Impfpflicht darauf, dass die Krankenhäuser die Lage noch im Griff hätten. So verfügte sie bisher auch keinen Lockdown für Ungeimpfte. Immerhin seien inzwischen bereits 20,4 Millionen Menschen vollständig geimpft. Polen hat 38 Millionen Einwohner. Wer aus Deutschland nach Polen einreist, muss entweder eine Impfung oder einen negativen Covid-19-Test vorweisen, um nicht in Quarantäne zu müssen.

(dpa)

Bartsch zurückhaltend bei Impfpflicht

10:15
03.12.2021
In der Debatte über eine allgemeine Corona-Impfpflicht hat sich Linksfraktionschef Dietmar Bartsch zurückhaltend geäußert.

Noch seien nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, sagte Bartsch am Freitag in der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv. «Ich wäre jetzt dafür, erstmal ein Impfrecht durchzusetzen, dass man sich wirklich impfen lassen kann. Denn einige wollen Termine und bekommen welche im Januar und Februar».

Eine Impfpflicht im Bundestag zu besprechen sei «vernünftig». Erwogen wird derzeit eine Abstimmung ohne Fraktionszwang. Der Ethikrat soll außerdem eine Empfehlung vorlegen.

Auf die Frage, ob er selbst für eine Impfpflicht stimmen würde, sagte Bartsch, er werde sich genau anschauen, was an Anträgen vorliege. Er sei «kein Freund der Impfpflicht», aber: «Wenn man das in einem Maße macht, dass der Druck erhöht wird, dann kann ich mir auch vorstellen, einem entsprechenden Antrag zuzustimmen.» Der Vorstand der Linkspartei hat sich für eine Impfpflicht ausgesprochen.

(dpa)

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