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Israel stellt Handy-Überwachung von Omikron-Infizierten ein

07:43
03.12.2021
 Israel hat die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten, die mit der Omikron-Variante infiziert sind, nach wenigen Tagen wieder beendet.

Angesichts «der aktualisierten Einschätzung der Lage» hätten sich Ministerpräsident Naftali Bennett und Gesundheitsminister Nitzan Horowitz dazu entschieden, teilte Bennetts Büro am Donnerstagabend mit.

Die Handy-Überwachung durch den Inlandsgeheimdienst Schin Bet laufe in der Nacht zu Freitag aus und werde nicht verlängert. Abhängig von den Infizierten-Zahlen werde die Maßnahme wieder in Erwägung gezogen.

Ziel war gewesen, die Ansteckungsketten mit der neuen Omikron-Variante zu unterbrechen, wie es in der Mitteilung hieß. Dafür hatte die Regierung am Sonntag für den erneuten Einsatz der Überwachungstechnologie durch den Schin Bet gestimmt. Diese Maßnahme wurde in einer früheren Phase der Pandemie bereits genutzt, wegen Kritik aber wieder gestoppt.

Zudem werde es künftig Strafen für Personen geben, die nicht den vorgeschriebenen Corona-Test zur Beendigung der Quarantäne nach einem Auslandsaufenthalt machten, hieß es in einer weiteren Mitteilung von Bennetts Büro. Die Strafe solle demnach nicht höher als bei rund 700 Euro liegen. Das Gesundheitsministerium und die Polizei würden ihre Daten synchronisieren, damit die Tickets automatisch ausgestellt würden.

Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als «besorgniserregend» ein. Bis auf Weiteres müssen alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren - darunter auch geimpfte Israelis - bei der Einreise mindestens drei Tage lang isoliert werden. Für Touristen gilt zunächst noch bis Ende nächster Woche ein Einreiseverbot.

(dpa)

Epidemiologe Grundmann: Impfung besser als Lockdown

07:39
03.12.2021
Der Freiburger Infektionsepidemiologe Hajo Grundmann mahnt angesichts verstärkter Forderungen nach einem Lockdown zur Vorsicht.

«Weder ein Lockdown noch Kontaktbeschränkungen werden uns auf Dauer weiterhelfen, das kann nur die Impfung», sagte der medizinische Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg in einem Interview mit der «Badischen Zeitung» (BZ/Freitag).

Zwar würden durch einen Lockdown die Zahlen schnell zusammenbrechen und man hätte wieder Platz in den Kliniken. Dafür gäbe es aber wieder Menschen in Kurzarbeit sowie in Arbeitslosigkeit und es drohten Insolvenzen.

Mit der 2G-Regelung gebe es bereits einen Quasi-Lockdown für Ungeimpfte. «Diesen bestehenden Maßnahmen muss man etwas Zeit geben und sich anschauen, wie sich das entwickelt. Einen solchen vorsichtigen Weg würde ich derzeit noch für sinnvoll halten.» Die Impfung kann man ihm zufolge nicht hoch genug bewerten. «Sie ist das Einzige, was uns aus dieser Katastrophe herausführen kann. Sonst bleibt das ein Schrecken ohne Ende und wir hangeln uns von einem Lockdown zum nächsten, das könnte noch Jahre so weitergehen.»

Nach Einschätzung Grundmanns ist der vorläufige Höhepunkt der vierten Welle erreicht. «Der Grund dafür scheint mir, dass die Besorgnis bei der Bevölkerung angekommen ist.» Die beschlossenen Kontaktreduzierungen würden helfen, die Corona-Zahlen zu senken. «Wenn wir nun keine neue Variante hinzukriegen, wird die Erholung der Infektionszahlen bald spürbar werden», so der Epidemiologe.

Auf den Intensivstationen rechnet er aber noch bis zur dritten oder vierten Dezemberwoche mit einer zunehmenden Eskalation.

(dpa)

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