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Lauterbach rechnet mit großer Omikron-Welle zum Jahreswechsel

08:46
23.12.2021
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet zum Jahreswechsel mit einer großen Welle der ansteckenderen Coronavirus-Variante Omikron auch in Deutschland. «Eine große, schnelle Welle haben wir noch nicht. Das wird sich ändern zum Jahreswechsel und in der ersten Januar-Woche», mahnte Lauterbach am Donnerstag bei WDR 2. In einigen europäischen Ländern wie in Großbritannien ist die Omikron-Variante bereits vorherrschend.

In der dreistündigen Sendung «Morgenmagazin» seines Heimatsenders beantwortete der 58 Jahre alte Kölner viele Fragen von Radio-Hörerinnen und Hörern rund um die Themen Corona und Impfen.

Lauterbach geht davon aus, dass es mit den derzeit forcierten Booster-Impfungen nicht getan sein wird. «Ich persönlich würde von einer vierten Impfung ausgehen», sagte er. Dies sei aber noch nicht wissenschaftlich belegt. «Was wir sicher wissen, ist, dass wir eine Booster-Impfung benötigen.» Mit den Auffrischungsimpfungen könne man «70 bis 80 Prozent der symptomatischen Krankheitsfälle verhindern», betonte der Minister. «Später im Laufe des Jahres» sei wahrscheinlich eine vierte Impfung notwendig, die speziell auf die Omikron-Variante abgestimmt sei.

Die häufig gestellte Frage, ob künftig immer weitere Impfungen notwendig seien, könne er noch nicht seriös beantworten. «Das wird davon abhängen, wie lange die Booster-Impfung wirkt. Zur Impfroutine kann man noch nichts sagen», meinte Lauterbach. Daher lasse sich auch nicht prognostizieren, wie es mit Corona in einem Jahr aussehe. «Das weiß niemand. Das wäre ein Blick in die Kristallkugel. Ich gehe aber davon aus, dass sich neue Varianten bilden werden. Ob sie gefährlicher werden, kann niemand sagen», so der Mediziner. Man müsse sich auf jeden Fall «Flexibilität» bewahren und die Maßnahmen ständig an die jeweiligen Entwicklungen und neuen medizinischen Erkenntnisse anpassen.

Lauterbach freut sich nun auf das Weihnachtsfest im Kreise der Familie. Die sei in letzter Zeit «viel zu kurz gekommen», räumte der Politiker angesichts des derzeit unermüdlichen Arbeitseinsatzes als Gesundheitsminister ein. Weder zu Weihnachten noch zu Silvester plane er eine große Feier: «Ich werde in ganz kleiner Runde feiern. Weniger als fünf Leute. Ich werde ein besinnliches Fest feiern und das rate ich auch allen», sagte er einen Tag vor Heiligabend.

(dpa)

Epidemiologe: Impfung ist der beste Schutz an den Feiertagen

05:34
23.12.2021
Wer auch im zweiten Jahr der Pandemie zu Weihnachten mit seiner Familie zusammen kommen möchte, sollte ein paar Vorkehrungen treffen. Die Impfung als wichtigste Maßnahme liegt auf der Hand. Doch laut dem Epidemiologen Stefan Brockmann gibt es noch anderes zu beachten.

Bei Zusammenkünften an den Feiertagen ist eine Corona-Impfung aus Sicht des Epidemiologen Stefan Brockmann die beste Vorkehrung, die man treffen kann. Dennoch sollte auch die Gruppe, in der man zusammenkommt, möglichst klein sein, sagte der Leiter des Referats für Gesundheitsschutz und Epidemiologie beim Landesgesundheitsamt in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur.

Wer sich zudem mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts treffe, sollte vorher einen Selbsttests machen, um sicherzustellen, nicht Virusträger zu sein. Bei Geimpften sei die Empfindlichkeit des Selbsttests zwar geringer, sagte Brockmann. «Aber getestet ist immer besser als nicht getestet.» Auch für die Omikron-Variante seien die Selbsttests nach derzeitigem Wissen gut geeignet.

Mit Blick auf die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen sagte Brockmann, er sei sich nicht sicher, ob es über die Feiertage wirklich mehr Kontakte geben werde, als man sonst auch im Alltag habe. «Wir sind inzwischen alle müde von der Pandemie. Doch gerade deshalb ist es jetzt auch zu den Feiertagen wichtig, sich an die Vorgaben zu halten.» Dazu gehöre, nicht zu viele Menschen zu treffen, Maske zu tragen und vor Treffen einen Selbsttest zu machen. «Ich bin überzeugt, dass Appelle manchmal wirkungsvoller sind als reine Verbote.»

(dpa)

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