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20211223115517

Wehrbeauftragte sieht Corona-Amtshilfe «sehr kritisch»

05:29
23.12.2021
Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hält Art und Umfang der Corona-Amtshilfe durch Tausende Bundeswehrsoldaten für zunehmend problematisch. «Ich sehe es sehr kritisch, dass die Bundeswehr noch in dieser Stärke in der Amtshilfe vertreten ist. Das war am Anfang völlig gut und richtig», sagte Högl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Landkreise und alle anderen, die auf ziviler Ebene eigentlich zuständig seien für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz, hätten die Zeit aber nutzen können und müssen, um Strukturen so aufzustellen, dass «man nicht jedes Mal, wenn es eng wird, wieder die Bundeswehr ruft». Högl sagte: «Jetzt sind Zivile gefragt.»

Die Wehrbeauftragte warnte vor zunehmenden Mängeln in der Ausbildung der Streitkräfte. Zudem habe es schon Beschwerden gegeben, weil Männer und Frauen der Bundeswehr in Amtsstuben als eine Art Urlaubsvertretung eingesetzt waren.

Über die Weihnachtsfeiertage werden nach Angaben der Bundeswehr etwa 6500 Männer und Frauen aktiven Dienst in der Amtshilfe leisten. In Impfeinrichtungen arbeiten demnach rund 1600 Soldaten, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen rund 1700, wie das für die Amtshilfe zuständige Kommando Territoriale Aufgaben auf Anfrage mitteilte. In Gesundheitsämtern und bei Behörden sind demnach über Weihnachten rund 3200 Soldaten eingesetzt, also rund die Hälfte.

(dpa)

Grönemeyer zur Pandemie: «Letzten zwei Jahre für uns alle ein Trauma»

05:28
23.12.2021
Musiker Herbert Grönemeyer sieht die Gesellschaft trotz der anhaltenden Proteste von Corona-Leugnern und Impfgegnern nicht gespalten. Dass Pandemie und Impfung von einigen genutzt würden, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen, sei «tragisch und fatal», sagte der 65-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Gespalten sei die Gesellschaft jedoch nicht. «Ich sehe, dass ein geringer Teil der Gesellschaft versucht, diese Situation zu nutzen. Aber umgekehrt sehe ich auch, dass der große Teil der Gesellschaft absolut zusammenhält und ganz stabil erwachsen mit dieser Situation umgeht.»

Der Zusammenhalt der Menschen sei tröstlich, so der Musiker. «Diese zwei Jahre sind für uns alle, denke ich, ein Trauma, in dem wir uns immer noch befinden. Die latente Auseinandersetzung damit erfordert halt unfassbare seelische Stützen.» Trotz seiner privilegierten Situation sei Corona nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. «Die Ängste, die Zweifel und die Lähmung, was diese Pandemie angeht, dringen bei mir natürlich genauso durch wie bei jedem anderen Menschen auch», sagte Grönemeyer. «Das ist schon ein komplexer seelischer Zustand, der immer wieder aufreißt.»

Angst seine für nächstes Jahr geplante «Mensch»-Jubiläumstour eventuell pandemiebedingt absagen zu müssen, hat Grönemeyer nach eigenen Angaben nicht. «Ich glaube, die Ängste sind komplexer in dieser Zeit, was Menschen angeht, was die Bedrohung dieses Virus angeht. Ich glaube, da sind die Konzerte nicht das Elementarste, um das es geht. Insofern habe ich keine Angst darum, sondern es wäre wahnsinnig schade.»

Die Tournee im nächsten Jahr ist für Grönemeyer und seine Band die erste nach der «Tumult»-Tour vor zwei Jahren. Geplant sind acht Konzerte in Deutschland. Mit rund vier Millionen verkauften Tonträgern, 21 Gold-Auszeichnungen und 95 Wochen in den Charts ist «Mensch» das erfolgreichste Musikalbum aller Zeiten in Deutschland. Damals wie heute trifft es den Nerv der Zeit: Das Album, das laut Grönemeyer vom Aufbruch und dem Weg zurück ins Leben handelt, habe «tragischerweise große Parallelen zu der Zeit jetzt». «Dieser Zusammenhalt und dieser Glauben aneinander ist ja auch jetzt der Versuch, dass uns das aus dieser Zeit und durch diese Zeit bringt», sagte Grönemeyer der dpa mit Blick auf die Corona-Pandemie.

(dpa)

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