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20211223115517

Automanager: Corona erhöht Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter

05:27
23.12.2021
Die Corona-Pandemie hat nach Ansicht des in Großbritannien tätigen deutschen Automanagers Jörg Hofmann die Fluktuation bei Mitarbeitern erhöht. «Wir sehen, dass Covid zu einer großen Veränderungsbereitschaft unter den Angestellten geführt hat», sagte der Chef des britischen Elektrofahrzeugherstellers LEVC der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Mitarbeiter hätten während der Pandemie gekündigt, er habe auch einige Top-Manager verloren. LEVC, bekannt für die berühmten schwarzen Londoner Taxis, ist Hersteller und Händler speziell angefertigter elektrischer Nutzfahrzeuge.

Einige Mitarbeiter hätten sich während der langen Zeit im Homeoffice Gedanken gemacht, dass sie noch etwas anderes tun wollten, sagte Hofmann. Die würden nun ein Sabbatical einschieben oder Zeit im weit entfernten Ausland verbringen. «Covid hat in der Tat gerade bei topqualifizierten Mitarbeitern in vielen Bereichen eine hohe Fluktuation ausgelöst», sagte der LEVC-Chef. «Die Leute sehen das als Zäsur, ihr Leben in Frage zu stellen, und nutzen die Möglichkeit, nochmal irgendwo anders anzufangen.»

LEVC habe aber kein Problem dadurch bekommen. «Wir werden nächstes Jahr wahrscheinlich eine zweite Schicht einführen, wenn der Markt sich so entwickelt wie erwartet. Wir haben auch schon die Fühler ausgestreckt.» Das Werk von London Electric Vehicle Company (LEVC) liegt am Rand von Coventry in den West Midlands. Die Gegend gilt als Zentrum der britischen Autoproduktion. «Von daher sind viele Facharbeiter auf dem Markt», sagte Hofmann.

(dpa)

Ciesek sorgt sich um Motivation in der Pandemie-Bekämpfung

05:26
23.12.2021
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek blickt mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2021 zurück - und sorgt sich um die Motivation, 2022 die Pandemie weiter zu bekämpfen. Man habe auf der einen Seite viele neue Erkenntnisse über das Virus gewonnen, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur: «Neben den monoklonalen Antikörpern stehen uns in den nächsten Wochen weitere neue antivirale Wirkstoffe zur Behandlung zur Verfügung.» Trotzdem lief das Jahr schlechter als Ciesek an Weihnachten 2020 erwartet hätte.

«Die Medikamente sind hilfreich, aber ein Ersatz für eine Impfung sind sie nicht.» Anfang 2021 war sie davon ausgegangen, dass der Beginn der Impfungen das Ende der Pandemie einläutet. «Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Menschen nicht impfen lassen», sagt die Virologin heute. «Ich finde das sehr schade, weil wir mit dem Impfstoff ein gutes Tool in der Hand hätten, diese Pandemie zu beenden.»

Außerdem habe man 2021 auf die neuen Infektionswellen zum Teil zu spät reagiert. Wenn man beim Gegensteuern zu lange warte, «dann laufen wir Gefahr, dass wir keine Instrumente mehr haben». Die Forderung, die Politik müsse einen langfristigen festen Plan entwerfen, wie man auf Dauer mit dem Virus leben könne, hält Ciesek für nicht zielführend: «Die Situation ist zu dynamisch. Man muss flexibel bleiben - das hat uns zuletzt die neue Variante Omikron gezeigt.» Sich langfristig festzulegen, sei gefährlich.

Eine Lehre aus knapp zwei Jahren Pandemie müsse sein: «Man kann leider nichts versprechen und nichts ausschließen.» Ob 2022 besser wird? «Mein Eindruck ist es, dass viele Menschen keine Motivation mehr haben, sich weiter mit der Pandemie zu beschäftigen.» Ciesek erwartet «weiter eine sehr hohe Arbeitsbelastung», sowohl für die Forschung als auch in den Kliniken.

Sie hofft jedoch, dass sich die Aktivität des Erregers - trotz zunehmender Verbreitung der Omikron-Variante - im Frühjahr abschwächt. Allerdings rechnet sie im Herbst mit einer nächsten Welle, insbesondere, wenn es nicht gelingt, die bestehenden Impflücken bis dahin zu schließen. «Ich hoffe aber, dass wir diesmal besser darauf vorbereitet sind», sagte Ciesek.

(dpa)

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