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Dänische Regierung will bei Einreise Test auch von Geimpften fordern

13:49
22.12.2021
Wer nach Dänemark reist, muss bald voraussichtlich auch unabhängig vom Impfstatus im Besitz eines vorab gemachten negativen Corona-Tests sein. Für Menschen aus den deutschen und schwedischen Grenzgebieten soll es Ausnahmen geben, wie der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen sagte. Diesem Vorschlag der Regierung muss zunächst der Epidemieausschuss des dänischen Parlaments zustimmen, ehe die Maßnahme in Kraft treten kann.

Das Gleiche gilt für eine zweite Maßnahme, die Heunicke vorschlug, nämlich das Vorzeigen des Corona-Passes auch im Fitnessstudio. Damit kann man in Dänemark auf dem Smartphone nachweisen, dass man geimpft, genesen oder getestet worden ist. Schon jetzt muss man diesen Nachweis in vielen Situationen im Land dabei haben.

Dänemark befindet sich derzeit in einer sehr schwierigen Corona-Lage. Die Neuinfektionszahlen erreichen immer wieder neue Höchststände, die Omikron-Variante greift rasant um sich und ist laut Heunicke schon jetzt dominierend im Land. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zufolge die höchste in der EU und etwa dreieinhalb Mal so hoch wie in Deutschland.

Um die Situation wieder in den Griff zu bekommen, wurden mehrere Corona-Beschränkungen wieder eingeführt. Ab Weihnachten soll auch die ohnehin hohe Testkapazität im Land noch weiter erhöht werden, sagte Heunicke. Wie der Direktor der dänischen Gesundheitsverwaltung, Søren Brostrøm, ankündigte, sollen zudem 18- bis 39-Jährige bereits früher ihre Auffrischdosis gegen Covid-19 erhalten, nämlich nun wie ältere Bevölkerungsgruppen schon viereinhalb Monate nach der Zweitimpfung.

(dpa)

Trotz Pandemie: Hunderte begehen Wintersonnenwende in Stonehenge

13:48
22.12.2021
Trotz steigender Infektionszahlen in Großbritannien haben am Mittwoch Hunderte Menschen den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende am steinzeitlichen Monument Stonehenge verfolgt. Zu dem Ereignis, das die niedrigste Mittagshöhe der Sonne auf der Nordhalbkugel markiert, waren im vergangenen Jahr wegen der Pandemie keine Besucher zugelassen. Der imponierende Steinkreis im Südwesten Englands ist auf den Sonnenaufgang der Winter- und Sommersonnenwende ausgerichtet.

«Die Menschen, die Stonehenge erbauten, waren Landwirte, sie haben ihr eigenes Essen angebaut, wussten dass die Tage länger werden, die Dinge besser werden und mit ein bisschen Glück ihr Getreide wieder wachsen wird», sagte Kuratorin Heather Sebire dem BBC Radio Wiltshire.

Das Ereignis, zu dem regelmäßig auch Menschen kommen, die sich als Heiden oder Druiden bezeichnen und nachempfundene Rituale durchführen, wurde auch in diesem Jahr live online übertragen. Besucher mussten Masken tragen und wurden aufgefordert, vor ihrem Eintreffen einen Antigen-Test zu machen.

(dpa)

Wieler verteidigt seine Empfehlung harter Corona-Maßnahmen

13:07
22.12.2021
Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat seine Empfehlung harter Corona-Maßnahmen verteidigt. Er sagte am Mittwoch in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Karl Lauerbach (SPD), dass er «keinerlei Widerspruch» zu einer Vorlage des Expertenrats der Bundesregierung sehe, dem auch er selbst angehört. Dieses Gremium habe lediglich dazu aufgefordert, etwas zu tun, ohne genauer zu sagen, was. «Das RKI ist eben eine Institution, die das in konkrete Empfehlungen dann ummünzt.»

Der Expertenrat der Bundesregierung hatte am Sonntag vor einer «explosionsartigen» Verbreitung der Omikron-Variante gewarnt, aber nur vage «gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen» gefordert. Das Robert Koch-Institut (RKI) forderte dann am Dienstag kurz vor der Bund-Länder-Runde viel weitreichendere Maßnahmen, als sie dann später von Kanzler Olaf Scholz und den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen worden sind, darunter sofortige, «maximale» Kontaktbeschränkungen.

Lauterbach bestätigte am Mittwoch, dass er von RKI-Empfehlungen überrascht worden ist. «Da wird die Abstimmung noch optimiert werden.» Der SPD-Politiker betonte aber auch: «In meinem Haus gibt es keine Zensur, was wissenschaftliche Arbeiten angeht. Das wird es auch nicht geben.» Das RKI ist ein Forschungsinstituts der Bundesregierung, das zum Geschäftsbereich des Gesundheitsministeriums gehört. Lauterbach ist also quasi Wielers Chef.

Wieler lobte die von Bund und Ländern für die Zeit nach Weihnachten beschlossenen Maßnahmen trotz seiner deutlich weitergehenden Empfehlung als «sehr, sehr gut». «Es sind stringente Maßnahmen, die werden das Infektionsgeschehen verlangsamen», sagte er. Ob er die Maßnahmen für ausreichend hält, wollte er aber nicht sagen: «Ob ich zufrieden oder unzufrieden bin, ist völlig irrelevant.»

(dpa)

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