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Überlastete Kliniken: Viele Patienten von OP-Verschiebungen betroffen

13:28
02.12.2021
Angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vor vermehrten Verschiebungen von planbaren Operationen gewarnt. Zwar könnten nach wie vor alle Notfälle versorgt und dringliche Operationen weiterhin durchgeführt werden, sagte Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der DGCH und Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC), am Donnerstag in Berlin. «Was sich jetzt aber wieder eingestellt hat, ist eine Verschiebung der sogenannten planbaren Eingriffe aufgrund der Auslastung der Intensivstation bei fehlendem Pflegepersonal.»

Einer Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge müssen bundesweit bereits drei Viertel aller Krankenhäuser planbare Operationen verschieben. Vor allem Anästhesisten und das Anästhesie-Pflegepersonal, die sonst bei Operationen geholfen hätten, müssten nun auf den Intensivstationen aushelfen, sagte der Vizepräsident der DGCH, Michael Ehrenfeld. «Das sind die naheliegend bestqualifiziertesten Kräfte zum Betreiben von improvisierten zusätzlichen Intensivbetten».

Die angespannte Lage in den Kliniken wird auch für viele Krebspatienten zunehmend zum Problem. Die Durchführung bereits geplanter Operationen werde «von Tag zu Tag schwieriger, weil die Intensivstation zunehmend mit Corona-Patienten belegt ist, auch durch Zuverlegung aus anderen Städten oder anderen Bundesländern», sagte Hauke Lang, Präsident der DGCH und Chirurg an der Uniklinik Mainz, mit Blick auf die Situation in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. «Ich befürchte, dass wir in den nächsten Tagen zumindest auch zu Verschiebungen von Tumor-Operationen übergehen müssen und dass wir andere Operationen mit nicht ganz so hoher Dringlichkeit auch weiter verschieben müssen.» Generell gelte: «Je weiter wir eine Tumor-Operation nach hinten schieben, umso ungünstiger wird die Prognose insgesamt. Da haben wir wenig Spielraum.»

(dpa)

RKI registriert 73 209 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 439,2

13:27
02.12.2021
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist zum dritten Mal in Folge leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 439,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert bei 452,2 gelegen, am Mittwoch bei 442,9. Im Vormonat hatte der Wert bei 154,5 gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 73 209 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.51 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 75 961 Ansteckungen gewesen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist dabei zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 351 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 977 208 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 an (Mittwoch: 5,61). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 4 979 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102 178.

(dpa)

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