Letztes Update:
20211222095718

Zahlreiche Corona-Infektionen in zyprischem Migrantenlager

07:54
22.12.2021
Nachdem Dutzende Migranten Corona-positiv getestet worden sind, haben die zyprischen Gesundheitsbehörden Hunderte Menschen aus dem größten Registrierlager der Mittelmeerinsel geholt. Wie der zyprische Staatsrundfunk (RIK) am Mittwochmorgen weiter berichtete, seien am Vortag im völlig überfüllten Registrierlager Pournara wenige Kilometer westlich der Hauptstadt Nikosia zunächst 82 Menschen Corona-positiv getestet worden. Daraufhin wurden sie sowie auch ihre Kontakte - insgesamt 585 Menschen - mit Lastwagen der zyprischen Nationalgarde in ein Camp gebracht, das als Isolierstation dienen soll. Die Gesundheitsbehörden setzten am Mittwoch die Tests im Lager Pournara fort, hieß es.

Das Flüchtlingslager Pournara mit einer Aufnahmekapazität für 1200 Menschen sei so überfüllt, das mittlerweile Hunderte Migranten außerhalb des Lagers in Zelten ausharren müssten, berichteten zyprische Medien übereinstimmend. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gingen laut EU-Statistik 2020 die meisten Asylanträge in der EU in Zypern ein.

Stefanie Kübler

Virologe: Vor Weihnachten nicht "Signal der Entspannung" aussenden

07:39
22.12.2021
Die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommen nach Ansicht des Frankfurter Virologen Martin Stürmer zu spät. «Bei der Verdopplungsrate, die Omikron an den Tag legt, ist jeder Tag wichtig», sagte Stürmer am Mittwoch im Deutschlandfunk. Omikron sei nicht erst seit gestern eine Bedrohung. Man könne der Politik durchaus den Vorwurf machen, mit dem verspäteten Treffen «schon wieder etwas verschlafen» zu haben.

«Natürlich wollen wir alle wieder zur Normalität zurück. Wir wollen diese Feiertage genießen und mal zur Ruhe kommen. Aber ich glaube nicht, dass wir das Signal der Entspannung aussenden können», sagte Stürmer. Er habe das Gefühl, es werde das Signal vermittelt «über Weihnachten können wir uns noch entspannen, danach ziehen wir die Bremse wieder an». Es seien Beschlüsse, die wieder nicht vor die Welle kommen, sondern nach der Welle entsprechend reagieren werden. «Da hätte ich mir mehr gewünscht», sagte Stürmer.

Um die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante zu bremsen, hatten Bund und Länder am Dienstag umfassende Beschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens beschlossen. Sie sollen aber erst nach Weihnachten gelten. Spätestens ab 28. Dezember soll generell eine Obergrenze von zehn Personen für Privattreffen gelten. Kanzler Olaf Scholz verständigte sich mit den Ministerpräsidenten der Länder zudem auf die Schließung von Clubs und Diskotheken und leere Ränge bei Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sieht dagegen im Beginn der Maßnahmen nach Weihnachten kein schwerwiegendes Problem. «Ich glaube, dass diese drei oder vier Tage Differenz keinen wesentlichen Unterschied ausmachen», sagte Reinhardt im Radioprogramm SWR aktuell. «Ich glaube, dass die Menschen eher müde sind angesichts der vielen Maßnahmen. Man muss, damit Menschen das mitmachen und auch einsehen, ein ganz klein bisschen Kompromisse machen.» Deshalb sei es richtig, die Maßnahmen erst ab dem 28. Dezember beginnen zu lassen.

(dpa)

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