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Schülerausweise gelten in Ferien nicht als Testnachweise

07:07
22.12.2021
Für Bus- und Bahnfahrten, Restaurant- und Kinobesuche müssen sich Schüler und Schülerinnen im Südwesten bald wieder vorab auf Corona testen lassen. Ihre Schülerausweise gelten während der Weihnachtsferien vom 27. Dezember an nicht mehr als Testnachweise, weil sie dann nicht mehr regelmäßig in den Schulen auf Corona getestet werden, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart. Bislang hatten Schülerausweise Minderjährigen Zugang zu 3G-, 2G- und 2G-plus-Angeboten verschafft. Nach den Feiertagen brauchen sie dafür stattdessen ein negatives Schnelltest-Ergebnis.

Wegen einer bundesweiten Sonderregel seien negative Tests im öffentlichen Nahverkehr sogar schon von Donnerstag an nötig, teilte das Kultusministerium mit. Erst mit Beginn des Unterrichts am 10. Januar 2022 gelten die Schülerausweise für Minderjährige demnach wieder in allen Bereichen als Testnachweise.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ist bislang aber unklar, wie lange die Schülerausweis-Sonderregel nach dem Ferienende noch gelten soll. Angekündigt sei deren Ende für den 31. Januar, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Regel sei in der Vergangenheit aber schon mehrfach verlängert worden.

«Wie es damit weitergeht, wird die Landesregierung noch beraten», sagte der Sprecher. «Wir haben aber immer gesagt, dass die Ausnahmen für Schülerinnen und Schüler mittelfristig voraussichtlich auslaufen sollen.» Wann dies angesichts der begonnenen Kinderimpfungen auch bei Fünf- bis Elfjährigen erfolgen könnte, sei bislang nicht absehbar.

Volljährige Schüler können ihre Schülerausweise schon seit Ende November nicht mehr als Ersatz für Testnachweise nutzen. Sie hätten bis dahin genug Zeit gehabt, sich impfen zu lassen, begründete Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) damals die Entscheidung. «Für die Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren besteht eine Impfempfehlung seit August. Ich mahne und appelliere deswegen noch einmal: Lassen Sie, lasst Euch impfen.»

(dpa)

Logistikbranche sieht sich für fünfte Pandemie-Welle gerüstet

06:02
22.12.2021
Die Transportbranche sieht sich für die befürchtete Verschärfung der Corona-Lage gut aufgestellt. «Die Logistikbranche ist im Umgang mit dem anhaltenden Pandemiegeschehen inzwischen äußerst routiniert, so dass zum jetzigen Zeitpunkt trotz dünner Personaldecken keine versorgungsrelevanten Ausfälle größeren Ausmaßes zu befürchten sind», sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), der Deutschen Presse-Agentur. «Entscheidend ist, dass die Politik nicht ad hoc Maßnahmen beschließt, sondern die Pandemieentwicklung antizipiert, Gesetzesänderungen mit Folgeabschätzungen verknüpft und diese mit ausreichendem Vorlauf ankündigt.»

In den bisherigen Corona-Wellen habe es kaum Ausfälle in Lieferketten wegen Infektionen bei Beschäftigten gegeben. Ursache seien vielmehr Maßnahmen wie Grenzschließungen gewesen. Die Branche sei sehr heterogen, so dass Ausfälle an einer Stelle in der Regel andernorts kompensiert werden könnten, sagte Huster. Nur wenige große Logistikkonzerne zählten zur kritischen Infrastruktur.

Die Speditions- und Logistikbranche arbeite mit Hochdruck daran, die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung weiter sicherzustellen. «Viele Beschäftigte arbeiten im Homeoffice und da, wo die Arbeit vor Ort durchgeführt werden muss, haben Logistiker in Betrieben aufwendige Hygiene-, Abstands- und Testkonzepte umgesetzt.»

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) schlug unterdessen vor, den im März 2020 geschlossenen «Pakt zur Versorgung Deutschlands» neu aufzulegen. In Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium wolle man Anfang Januar über einen neuen Gütertransportpakt sprechen, sagte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt dem Fachdienst «Tagesspiegel Background» (Mittwoch).

Weil im Frühjahr 2020 viele Fahrer aus Osteuropa wegen der Pandemie in ihre Heimatländer zurückkehrten, brachen manche Lieferketten zusammen. Spediteure sprangen ein, Lkw wurden umgerüstet und umgeleitet. Als dringendes Problem in der Branche sieht der BGL indes den Fahrermangel. In Deutschland fehlen laut dem Verband 60 000 bis 80 000 Lkw-Fahrer. Jährlich wachse die Lücke um 15 000.

(dpa)

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