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Söder «höchst irritiert» über Bundesregierung und RKI

12:36
21.12.2021
Unmittelbar vor der neuen Bund-Länder-Runde zur Corona-Krise am Nachmittag hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) «höchst irritiert» über die Kommunikation von Bundesregierung und Robert Koch-Institut geäußert. Es sei «extrem unglücklich», wenn es quasi im Stundenrhythmus neue Botschaften gebe, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Er reagierte damit auf eine aktuelle Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI), das aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland «maximale Kontaktbeschränkungen» empfiehlt. Diese sollten aus Sicht des RKI «sofort beginnen» und bis zunächst Mitte Januar gelten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte dagegen einen Lockdown zu Weihnachten am Wochenende noch ausgeschlossen.

All dies mache einen etwas unkoordinierten Eindruck, sagte Söder und kritisierte: «Wenn sich das Ministerium und die wichtigste Behörde widersprechen, hinterlässt das mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen.»

«Wir wundern uns etwas, was der Bund macht», fügte Söder hinzu, auch mit Blick auf die Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Runde - dieser Vorschlag komme nämlich vom Bund selbst, betonte er. Und in diesem Papier sind beispielsweise keine neuen Kontaktbeschränkungen direkt schon zu Weihnachten vorgeschlagen, sondern eigenverantwortliche Kontaktbegrenzungen bei Familienfeiern, echte Beschränkungen dann aber «spätestens ab dem 28. Dezember».

(dpa)

Omikron-Variante im Münchner Abwasser schon länger nachweisbar

12:35
21.12.2021
Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist schon seit zwei Wochen im Münchner Abwasser nachweisbar - und damit wohl verbreiteter als bislang gedacht. Bei der Untersuchung des Abwassers sei die Variante ab dem 7. Dezember nachgewiesen worden, teilte das Münchner Uni-Klinikum am Dienstag als Ergebnis des regelmäßigen Monitorings mit, das seit April 2020 erst ein- und inzwischen zweimal wöchentlich Proben aus der Münchner Kanalisation analysiert.

Bei den jüngsten Ergebnissen, die am Montag vorlagen, wurden Abwasserproben aus vier Standorten in München und aus einer Kläranlage bis zum 10. Dezember analysiert. Die Forschenden stellten Spuren der Variante in fünf von sechs Proben fest. «Dies weist darauf hin, dass die Verbreitung dieser Virusvariante in München schon in der Kalenderwoche 49 größer war als bislang angenommen», erläuterte Projektleiter Andreas Wieser vom Tropeninstitut. Die Sequenzen von Stämmen der Delta-Variante waren aber weiterhin dominierend. In den zuvor analysierten Proben bis zum 3. Dezember gab es noch keine Hinweise auf die Omikron-Variante.

Das bereits zu Beginn der Pandemie begonnene Abwasser-Monitoring in München ist eine der ersten und längsten Untersuchungen zur Nachverfolgung der Viruslast im Abwasser weltweit. Hintergrund: Zwischen dem Anstieg der Neuinfektionen und den offiziellen Meldezahlen vergehen oft etliche Tage, so dass sich die Dynamik der Pandemie und die Ausbreitung neuer Varianten schneller und effektiver über die Abwasseranalysen erkennen lassen.

(dpa)

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