Letztes Update:
20211217130545

Lucha und Lauterbach warnen eindringlich vor "Omikron-Effekt"

12:39
17.12.2021
Die baden-württembergischen Krankenhäuser könnten nach Ansicht von Landesgesundheitsminister Manne Lucha durch die neue Omikron-Variante erheblich belastet werden. Der derzeitige Rückgang der Corona-Belastung dürfe nicht überbewertet werden, sagte der Grünen-Minister am Freitag im Stuttgarter Landtag. «Wir werden bis Mitte Januar vermutlich eine Entspannung haben und dann kommt der Omikron-Effekt», sagte er. Ihm lägen Schätzungen von Experten vor, die für die Zeit danach unter Umständen mit bis zu 1000 coronaerkrankten Patienten auf den Intensivstationen rechneten. «Auf die Länge hilft nur Impfen, Impfen, Impfen», sagte Lucha in der Landtagsdebatte über eine allgemeine Impfpflicht.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet eine massive fünfte Corona-Welle durch die neue Virus-Variante. «Ich gehe von einer massiven fünften Welle aus», sagte er ebenfalls am Freitag in Hannover. «Wir müssen davon ausgehen, dass die Omikron-Welle, vor der wir stehen, die wir aus meiner Sicht nicht verhindern können, eine massive Herausforderung wird für unsere Krankenhäuser, für unsere Intensivstationen, aber auch für die Gesellschaft in der Gänze.» Lauterbach sprach von einer Herausforderung, «die wir in dieser Form noch nicht gehabt haben».

Zuletzt war die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, in Baden-Württemberg wiederholt gesunken. Die Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen im Land sank ebenfalls im Vortagsvergleich und lag am Donnerstag bei 621. Bislang wurden 71 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt (Stand Donnerstag, 16.00 Uhr). Bezogen auf die Gesamtzahl der Infektionen spielt die Variante allerdings in Deutschland noch kaum eine Rolle: Praktisch alle Infektionen würden zum jetzigen Zeitpunkt noch von der Delta-Variante verursacht, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI).

Das RKI hatte am Donnerstag in seinem Wochenbericht aber auch gewarnt, die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinke im Hinblick auf die hohe Belastung der Intensivstationen und die bevorstehende Omikron-Welle nicht stark und nicht schnell genug. Alle Maßnahmen - etwa die Reduktion von Kontakten, das Tragen von Masken oder das Einhalten der Hygieneregeln - müssten aus diesem Grund aufrechterhalten oder sogar intensiviert werden.

(dpa)

Slowakei lockert Corona-Ausgangsbeschränkungen

12:03
17.12.2021
In der Slowakei dürfen sich die Menschen seit Freitagmorgen wieder frei in der Öffentlichkeit bewegen, ohne einen triftigen Grund dafür angeben zu müssen. Anstelle der bisher über Tag geltenden Ausgangsbeschränkungen trat nun ein nächtliches Ausgehverbot von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens in Kraft. In dieser Zeit sind nur bestimmte dringende Besorgungen sowie der Weg zur Arbeit oder nach Hause erlaubt. Zuvor waren die Nachtstunden von 1 bis 5 Uhr noch von den Beschränkungen ausgenommen. Weiterhin gilt ein Verbot von Versammlungen von mehr als sechs Personen aus verschiedenen Haushalten.

Museen, Galerien, Ausstellungen und Büchereien dürfen seit Freitag ebenfalls wieder Besucher empfangen, aber keine Gruppenführungen veranstalten. Schon seit dem 10. Dezember waren alle Geschäfte für gegen Covid-19 geimpfte oder davon genesene Personen geöffnet. Auch Gottesdienste und Skilifte waren bereits für negativ Getestete zugänglich.

Gastronomiebetriebe bleiben vorerst noch geschlossen. Ab 25. Dezember dürfen zumindest Hotels und Pensionen ihre Restaurants und Bars wieder öffnen, Gäste müssen sich aber an die Regel 2G plus halten. Umstritten ist, dass weiterhin alle Schulen mit Ausnahme der ersten vier Schulstufen nur Online-Unterricht abhalten dürfen.

(dpa)

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