Letztes Update:
20211217100530

Covid in Südafrika: Anzeichen von Entspannung trotz steigender Zahlen

09:15
17.12.2021
Mit Einsetzen der Sommerferien in Südafrika verbreitet sich die neue Coronavirus-Variante Omikron nun rasch landesweit - scheint aber im bisherigen Epizentrum an Dynamik zu verlieren.

«Es gibt erste Anzeichen dafür, dass wir in der Gauteng-Provinz den Höhepunkt überschritten haben», sagte am Freitag Gesundheitsminister Joe Phaahla.

Der Großraum um die Metropole Johannesburg und die Hauptstadt Pretoria habe bis Donnerstag bei den täglichen Neuinfektionen landesweit einen Anteil von 25 Prozent gehabt. Phaahla: «Zum Vergleich: Vor zehn Tagen stellte Gauteng noch 70 bis 80 Prozent der Neuinfektionen dar.»

Die von Omikron getriebene vierte Infektionswelle habe landesweit nun bei der Zahl der Neuinfektionen aber deutlich die Höchstwerte der vorangegangenen Wellen überschritten. Allerdings liegt die Zahl der Krankenhauseinweisungen deutlich unter denen vorangegangener Infektionswellen.

Laut Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) dominiert die Omikron-Variante nun am Kap das Infektionsgeschehen. Auffällig sei, dass zunehmend ältere Personen nun infiziert werden. Die Krankenhauseinweisungen hätten zwar prozentual zugenommen, kämen aber von einer relativ niedrigen Basis.

Nach Angaben ihrer Kollegin Waasila Jassat nahm auch die Dauer der Krankenhausaufenthalte von Covid-Patienten drastisch ab im Vergleich zu vorangegangenen Infektionswellen - sie sank von bis zu zehn Tagen bei der dritten Welle auf nun weniger als die Hälfte. Es sei aber noch zu früh, daraus wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen.

(dpa)

Grünen-Politiker zu Impfpflicht: Neue Lagen erfordern Kurskorrekturen

08:54
17.12.2021
Der Grünen-Politiker Janosch Dahmen hat die mögliche Kehrtwende der Politik bei einer allgemeinen Corona-Impfpflicht mit einer veränderten Lage begründet.

«Wir haben ja inzwischen letztlich die vierte unterschiedlichste Virus-Variante, die sich in diesem Land ausbreitet», sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin».

«Mit dem R-Wert des ursprünglichen Wildtyps wären wir mit der Impfquote, die wir aktuell haben, hinreichend geschützt und bräuchten keinerlei weitere Maßnahmen mehr. Wir haben inzwischen aber ein anderes Virus und damit eine neue Situation.»

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt - und damit, wie schnell sich ein Virus ausbreitet.

Der Bundestag soll im neuen Jahr über eine mögliche allgemeine Impfpflicht entscheiden, und zwar ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin. Eine generelle Impfpflicht hatten die Bundesregierung und führende Politiker lange ausgeschlossen.

Dahmen sagte, er glaube, «wir tun Politik unrecht, wenn wir sagen, sie soll einfach, wenn sie einmal was gesagt hat, immer weiter in die gleiche Richtung laufen, auch wenn's die falsche ist». «Dann läuft sie vor die Wand. Sondern neue Lagen erfordern Kurskorrekturen, die auch angemessen die Menschen in diesem Land schützen.»

Dahmen betonte, eine Diskussion über eine Impfpflicht könne erst dann geführt werden, «wenn auch ein Angebot für jeden Menschen verfügbar ist». «Im Moment haben wir leider (...) einen neuen Flaschenhals bei der Verfügbarkeit» des Impfstoffs, sagte er. Deshalb stehe jetzt zunächst die Behebung der aktuellen Probleme im Vordergrund.

«Ich glaube, jeder Mensch, der sich im Moment um einen Booster-Impftermin in diesem Land bemüht, wird merken, dass die Schlangen lang sind, dass Termine teilweise in den Arztpraxen abgesagt werden, und dass es offensichtlich in allen Teilen Deutschlands an ausreichend Impfstoff fehlt, um eine lückenlose, stotterfreie Booster-Impfkampagne jetzt durchführen zu können.»

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden