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Veranstalter erwarten zahlreiche Absagen bei neuen Beschränkungen

05:02
02.12.2021
Viele Konzerte und andere Veranstaltungen werden bei weiteren Corona-Beschränkungen aus Branchensicht wohl abgesagt werden müssen. Seit Wochen hätten die Unternehmen mit viel Personalaufwand ihre Veranstaltungen auf das 2G-Modell umgestellt.

 «Viele Karteninhaber wollen seitdem ihr Eintrittsgeld zurückhaben», sagte Jens Michow, der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. «Wenn jetzt noch erwartet wird, dass die 2G auch noch ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, werden wir die meisten Veranstaltungen absagen müssen.»

Die Regierungsspitzen von Bund und Ländern wollen an diesem Donnerstag Beschlüsse fassen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Diskutiert werden etwa Einschränkungen für Großveranstaltungen und Kontaktbeschränkungen. Auch die Forderung nach «2G plus» wurde in den vergangenen Tagen laut, dass also Geimpfte und Genesene bei Veranstaltungen ein negatives Testergebnis vorlegen müssen.

Den Veranstaltern bereitet auch Schwierigkeiten, dass die Zuschauerzahl in einigen Bundesländern schon beschränkt wurde. «Nach welchen Kriterien sollen die Veranstalter bei Konzerten, bei denen bereits 2019 der größte Teil der Karten verkauft wurde, entscheiden, wen sie reinlassen und wen sie nach Hause schicken?» Das sei unzumutbar, erhöhe den Personalaufwand und entrüste die Menschen mit Eintrittskarten.

Die Lage der Unternehmen sei verheerend. «Viele Konzerte, für die bereits 2019 Karten für das Frühjahr 2020 verkauft wurden, mussten mittlerweile zum dritten Mal verlegt werden.» 2019 habe die Veranstaltungsbranche noch rund sechs Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. «Der Umsatzeinbruch seit März vergangenen Jahres dürfte also mittlerweile mindestens 10 Milliarden Euro betragen.» Wenn nun wieder nahezu alle Konzerte abgesagt werden müssten, seien erheblich höhere staatliche Hilfen notwendig, forderte der Verband.

(dpa)

Thüringer Innenminister: Rechtsextreme nutzen Corona-Demos

04:54
02.12.2021
Nach Ansicht des Thüringer Innenministers Georg Maier werden die Corona-Proteste in einigen Bundesländern von Rechtsextremisten unterwandert und für ihre Zwecke ausgenutzt.

«Für Thüringen kann ich sagen, dass hinter etlichen dieser Versammlungen in der Vergangenheit und wahrscheinlich auch in der Zukunft, Rechtsextremisten stehen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Das Thema soll auch bei der Innenministerkonferenz besprochen werden, die noch bis Freitag läuft.

Maier sagte, es sei wichtig, ein Lagebild zu haben. Die Demonstrationen der Gegner der Corona-Politik seien in den Bundesländern unterschiedlich. «In manchen Bundesländern ist es eher esoterisch geprägt, in anderen Bundesländern kommt es eher aus dem Bereich Rechtsextremismus», sagte Maier.

Seiner Einschätzung nach werde vor allem in Sachsen und Thüringen die Mobilisierung von rechtsextremistischen Gruppen genutzt. «Das heißt nicht, dass alle die dort mitlaufen, Rechtsextremisten sind», sagte Maier. Aber er appelliere an die Menschen, sich genau anzuschauen, neben wem sie in einer Demo liefen.

Maier sagte, verstärkte Proteste seien zu erwarten, «nachdem es für Ungeimpfte ziemlich beschwerlich wird». «Für mich ist aber auch klar: Es handelt sich um eine laute Minderheit. Ich bin überzeugt, dass die übergroße Mehrheit in Deutschland und in Thüringen es gut und richtig findet, dass wir alles tun, um diese Pandemie zu bekämpfen», sagte Maier.

Wegen der Corona-Pandemie kommen die Chefs der Innenressorts von Bund und Ländern nicht wie geplant alle in Stuttgart zusammen, sondern tauschen sich in einem hybriden Format aus - teils in Präsenz, teils per Videoschalte.

(dpa)

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