Letztes Update:
20211215184106

Südafrikanische Wissenschaftler erwarten weitere Corona-Varianten

16:49
15.12.2021
Bei der neuen Coronavirus-Variante Omikron verstärken sich die Erkenntnisse einer hohen Infektionsrate bei nur milden Krankheitsverläufen. Unter Hinweis auf erste Erfahrungswerte aus dem Epizentrum des Infektionsgeschehens im Großraum um die Hauptstadt Pretoria meinte der südafrikanische Epidemiologe und Ex-Regierungsberater Salim Abdool Karim am Mittwoch: «Bei den vergangenen drei Infektionswellen waren zwei von drei eingewiesenen Patienten schwere Fälle - nun haben wir Hinweise von den gleichen Hospitälern, dass es nur noch einer von vier Patienten ist.»

Zwar seien diese Hinweise noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse, doch deuteten die bisherigen Daten einen Trend an. «Wir können ziemlich sicher behaupten, dass sich Omikron rasend schnell verbreitet - mindestens 25 Prozent schneller als die Delta-Variante», sagte er bei einer Konferenz, bei der es um die Neuausrichtung der afrikanischen Gesundheitssysteme ging. Es gelte nun, sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten: «Varianten haben das Spiel verändert - wir werden weitere Varianten sehen», sagte er vorher.

John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) bestätigte diese Einschätzung und mahnte: «Der Kontinent sollte sich beeilen, ein neues Gesundheitssystem aufzubauen.» Neue Ansätze seien nötig. Der Ebola-Ausbruch vor einigen Jahren in Westafrika sei bereits eine Vorwarnung gewesen. «Als Kontinent müssen wir dabei unsere eigenen Lösungen finden», gab die Medizinerin Ebere Okereke vom Tony Blair-Institut zu bedenken.

Die CDC - die die Konferenz organisierte - versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.

(dpa)

Tschechisches Verfassungsgericht billigt Corona-Pandemiegesetz

16:48
15.12.2021
Das tschechische Verfassungsgericht hat das im Februar beschlossene Corona-Pandemiegesetz in entscheidenden Teilen für rechtens erklärt. Das teilte ein Sprecher des Gerichts mit Sitz in Brünn (Brno) am Mittwoch mit. Das Gesetz ermöglicht es dem Gesundheitsministerium, zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unter anderem Geschäfte zu schließen, öffentliche Veranstaltungen zu verbieten und den Schulbetrieb einzuschränken. Die Verfassungsrichter stärkten nur in einem Punkt den Anspruch von betroffenen Unternehmern auf Entschädigungszahlungen. Das Gesetz läuft zum 1. März 2022 aus, falls es nicht verlängert wird.

Der Staat müsse über «effektive Instrumente» verfügen, um die Pandemie zu beherrschen, führten die Verfassungsrichter zur Begründung an. Dabei müsse man flächendeckende Eingriffe in die Grundrechte der Bürger in Kauf nehmen. Geklagt hatten 22 Abgeordnete des Senats, des Oberhauses des Parlaments in Prag. Innerhalb von sieben Tagen gab es in Tschechien nach aktuellen Zahlen 791 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Seit Beginn der Pandemie starben in dem EU-Mitgliedstaat mit 10,7 Millionen Einwohnern mehr als 34 800 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden