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EU-Gesundheitsbehörde: Omikron dürfte Anfang 2022 dominieren

16:48
15.12.2021
Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC schon innerhalb der ersten beiden Monaten 2022 zur dominierenden Variante in Europa werden. Es werde mit einer weiteren zügigen Zunahme der Omikron-Fallzahlen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gerechnet, schrieb die in Stockholm ansässige Behörde in einer am Mittwoch aktualisierten Risikobewertung. Zum EWR zählen die 27 EU-Staaten, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Die epidemiologische Lage in der Region sei derzeit weiterhin von hohen Fallzahlen und einer niedrigen, aber langsam ansteigenden Sterberate geprägt, schrieb das ECDC. Noch herrsche die Delat-Variante vor. Omikron werde Modellvorhersagen zufolge aber wahrscheinlich innerhalb der ersten beiden Monate des kommenden Jahres im EWR zur dominanten Variante werden. Abhängig sei dies vom Verbreitungsvorteil im Vergleich zu Delta und dem Grad der sogenannten Immunflucht des Erregers. Es werde als sehr wahrscheinlich betrachtet, dass Omikron zusätzliche Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle verursachen werde.

«Die kommenden Monate werden schwierig», stellte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fest. Omikron werde voraussichtlich in einer großen Welle kommen und erneuten Druck auf die Gesundheitssysteme ausüben. Während sich die Europäerinnen und Europäer auf die Festtage vorbereiteten, dürfe man die Vorsicht nicht in den Wind schlagen. Auffrischimpfungen sollten «unser Wellenbrecher» sein, erklärte die Kommissarin.

Auch ECDC-Direktorin Andrea Ammon sagte, die Länder sollten ihre Bemühungen steigern, Menschen vollständig zu impfen, die dies bislang noch nicht seien, und so bald wie möglich Auffrischungsimpfungen zu verabreichen. Impfungen alleine seien in der derzeitigen Situation aber nicht genug. Es brauche auch eine schnelle Wiedereinführung oder Verschärfung von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen - dazu zählen etwa das Tragen von Masken und genügend Abstand halten.

(dpa)

IWF-Report: Globale Schulden als Corona-Folge stark gestiegen

16:47
15.12.2021
Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit zum größten Schuldenanstieg in einem Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF), die am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Demnach erhöhte sich der Schuldenstand um 28 Prozentpunkte auf 256 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, die sich im Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausdrückt. Die Schulden summierten sich weltweit auf 226 Billionen US-Dollar (200 Billionen Euro).

Gut die Hälfte der neuen Schulden des Jahres 2020 wurde nach der Berechnung des IWF von Staaten aufgenommen. Sowohl die globalen Staatsschulden (99 Prozent des BIP) als auch die Schulden von Privathaushalten (58 Prozent) und Unternehmen (98 Prozent) erreichten Höchststände. Vor allem die Finanzkrise 2008/2009 sowie die Corona-Krise hätten die Schulden der öffentlichen Haushalte nach oben getrieben, heißt es in dem Bericht des Währungsfonds.

Die Autoren des Reports, die IWF-Ökonomen Vitor Gaspar, Paulo Medas und Roberto Perrelli, stellten eine ungleiche Verteilung bei der Schuldenaufnahme fest: Hochentwickelte Volkswirtschaften und China hätten sich im Kampf gegen eine Rezession durch Corona in großem Umfang neu verschuldet. Vielen Entwicklungsländern sei dies verwehrt geblieben. Sie hätten nur begrenzten Zugang zu Finanzierungsquellen und müssten höhere Zinsen zahlen.

Die IWF-Experten sehen den hohen Schuldenanstieg als gerechtfertigt an. Die Regierungen hätten so «das Leben von Menschen geschützt, Arbeitsplätze erhalten und eine Welle von Firmenpleiten verhindert». Zugleich warnen die Autoren vor Gefahren: Wenn die Zentralbanken die Zinsen anheben sollten, um eine andauernd hohe Inflation abzuwenden, führe das zu höheren Kreditkosten und weniger Spielraum in der Zukunft. Die Vergangenheit zeige zudem, dass Finanzspritzen bei steigenden Zinsen geringeren Einfluss auf Wirtschaftstätigkeit und Arbeitsmarkt hätten.

(dpa)

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