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Polen: Parlamentarier demonstrieren mit Nazi-Parole gegen Impfpflicht

13:37
15.12.2021
In Polen haben rechtsnationale Parlamentarier Empörung ausgelöst, weil sie die Corona-Politik der Regierung mit der Judenvernichtung im Nationalsozialismus verglichen haben. Fünf Abgeordnete der Partei Konfederacja hatten am Dienstagabend bei einem Protest von Impfgegnern vor dem Parlament in Warschau mit einem Schild und der polnischen Aufschrift «Impfen macht frei» posiert. Das Slogan und das Logotyp sind eine Anspielung auf die Toraufschrift «Arbeit macht frei», die die Nationalsozialisten unter anderem über dem Eingangstor des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz anbringen ließen.

Die Geschäftsträgerin der israelischen Botschaft in Warschau, Tal Ben Ari, reagierte entsetzt. Die meisten Menschen aus der Familie ihres Vaters seien in Auschwitz umgebracht worden, dies gelte für eine Million weiterer Opfer, schrieb die Diplomatin am Mittwoch auf Twitter. «Dieses Schild ist respektlos gegenüber ihrem Andenken, und ich finde es unglaublich, dass so eine Verzerrung des Holocausts 300 Kilometer von dem Ort entfernt passieren kann, wo das Original-Schild steht.»

Auch Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki verurteilte den Vorfall. Die Verwendung eines Mottos, das die Millionen Opfer in den deutschen Konzentrationslagern verhöhnen sollte, sei ein «düsteres Beispiel dafür, wie man die heilige Erinnerung» an die Opfer der «monströsen deutschen Verbrechen» beschädigen könne, schrieb Morawiecki auf Twitter.

Der Name Auschwitz hat sich als Synonym für den Holocaust und Inbegriff des Bösen weltweit ins Bewusstsein eingebrannt. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden. In ganz Europa ermordeten sie während der Schoah etwa sechs Millionen Juden.

(dpa)

Union wirft Lauterbach bei Impfstoffen «politisches Manöver» vor

13:02
15.12.2021
Die Union hat Aussagen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu einem Mangel an Corona-Impfstoffen Anfang 2022 scharf kritisiert. Ein Blick auf die Fakten zeige, dass dies «ein durchsichtiges politisches Manöver ist, um die SPD von der Großen Koalition abzusetzen», erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Tino Sorge (CDU), am Mittwoch in einem Schreiben an seine Fraktionskollegen. Dies verunsichere die Bürger in einer ohnehin schon politisch angespannten Lage zusätzlich und ohne Not.

«Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen – obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt», heißt es in dem Schreiben Sorges. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst berichtete die «Welt» darüber.

Mit den Lieferungen für Dezember stehe genug Impfstoff zur Verfügung, «um den 34 Millionen geimpften Erwachsenen, für die
eine Booster-Impfung noch aussteht, kurzfristig ein entsprechendes Angebot machen zu können». Dies gelte auch unabhängig davon, wie viel Impfstoff im ersten Quartal 2022 geliefert werde - nach aktuellem Stand seien dies bereits mehr als 16 Millionen Dosen von Biontech und Moderna pro Monat. Dies sei auch genug, um bei gut 12 Millionen umgeimpften Erwachsenen Erst- und Zweitimpfungen machen zu können.

(dpa)

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