Letztes Update:
20211214175849

Minister: Brauchen mehr Corona-Impfstoff für Booster-Kampagne

17:58
14.12.2021
Zu Beginn des kommenden Jahres braucht es nach Ansicht der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) mehr Corona-Impfstoff, um die Booster-Impfkampagne weiter vorantreiben zu können. Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) verwies am Dienstag nach einer GMK-Schalte in München auf Aussagen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Der SPD-Politiker habe in der Runde berichtet, dass er nach seiner Impfstoff-Inventur der Meinung sei, dass es schon noch mehr Impfstoff bräuchte, um der Booster-Kampagne entsprechend Fahrt zu verleihen und das Boostern voranzutreiben, berichtete Holetschek.

Die Länder-Minister hätten den Bund am Dienstag bestärkt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um mehr Impfstoff zu beschaffen, gerade auch für das erste Quartal nächsten Jahres, sagte Holetschek. «Wir brauchen mehr Impfstoff, und wir brauchen auch Transparenz über die Mengen, die zur Verfügung stehen», betonte der CSU-Politiker. Er könne nur raten, jeden Impfstoff zu bestellen, der verfügbar sei.

Auch eine allgemeine Impfpflicht mache nur Sinn, wenn es genügend Impfstoff gebe, sagte Holetschek. Die GMK werde sich möglicherweise auch kurzfristig noch einmal zusammenschalten, «um die Frage der Impfstoffe und der Verfügbarkeit noch einmal zu besprechen».

Der «Spiegel» zitierte Lauterbach aus der GMK-Schalte sogar mit den Worten: «Wir haben einen erheblichen Impfstoffmangel im kommenden Jahr.» Das sei das Ergebnis der Inventur. Für das gesamte erste Quartal sei viel zu wenig Impfstoff gekauft worden - die Mengen reichten nicht, um die Booster-Impfkampagne zu fahren.

(dpa)

Russland räumt Versäumnisse bei WHO-Antrag für Corona-Impfstoff ein

17:57
14.12.2021
Russland hat eingeräumt, für eine Anerkennung seines Corona-Impfstoffs Sputnik V der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher nicht alle erforderlichen Unterlagen übergeben zu haben. «Es gibt tatsächlich irgendwelche Informationen, die man für eine Zertifizierung zur Verfügung stellen muss», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. «Wir haben das bisher nicht gemacht, weil wir eine andere Auffassung hatten, welche Informationen das sind und wie sie überreicht werden sollen.»

Das Eingeständnis gilt als außergewöhnlich, weil Russland immer wieder Vorwürfe erhoben hatte, es gebe politische Gründe für eine fehlende Anerkennung von Sputnik V. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Präparat bisher nicht zugelassen. Die Besuche von Experten der EMA und der WHO hatten sich immer wieder wegen fehlender Voraussetzungen auf russischer Seite verzögert.

Nun werden WHO-Sachverständige im Januar in Russland erwartet, um Produktionsanlagen in Augenschein zu nehmen. Probleme gibt es vor allem, weil Russland die geforderten Datensätze bisher nicht zur Verfügung gestellt hat. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa müsste Russland etwa nachweisen, dass die Produktionsstätten das Präparat immer in der gleichen, einwandfreien Qualität herstellen.

Die WHO hatte eine Prüfung in Russland zeitweilig unterbrochen, weil die Antragsteller die für alle gleichen Regeln und Verfahren nicht explizit anerkannt hatten. Um den Zulassungsprozess abzuschließen, müssen laut WHO Inspektionen in den Herstellerfabriken aufgenommen werden. Die Organisation hat Notfallzulassungen bislang für die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna, Johnson&Johnson, Sinopharm und Sinovac erteilt.

Russland hatte im vergangenen Jahr als erstes Land der Welt einen Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen, obwohl Sputnik V laut Kritik von unabhängigen Medizinern noch nicht voll ausgetestet war. Inzwischen ist der Impfstoff nach russischen Angaben in mehr als 70 Ländern zugelassen, darunter in der EU etwa auch in Ungarn über eine nationale Genehmigung.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden