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WHO: Corona-Infektionszahlen in Afrika steigen - Plus von 83 Prozent

14:08
14.12.2021
Die Zahl der erfassten Corona-Infektionen in Afrika hat im Wochenvergleich um 83 Prozent zugenommen. In der vergangenen Woche wurden 196 000 neue Fälle gemeldet - im Vergleich zu 107 000 Neuinfektionen in der Vorwoche. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag mit. Während die Infektionszahlen vor allem in Südafrika so rapide ansteigen wie nie zuvor, sei man «vorsichtig optimistisch», dass die vierte Welle in Afrika weniger Todesfälle und weniger schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen werde, sagte Matshidiso Moeti, Afrika-Regionaldirektorin der WHO.

Südafrika hatte Ende November als eines der ersten Länder weltweit die neue Coronavirus-Variante festgestellt, die von der WHO kurz darauf den Namen Omikron erhielt und als «besorgniserregend» eingestuft wurde. Mittlerweile ist die Variante in 57 Ländern weltweit nachgewiesen worden.

Bei den in Südafrika stationär eingewiesenen Corona-Patienten handele es sich mittlerweile immer um ungeimpfte Erwachsene, sagte Flavia Senkubuge, Professorin für öffentliche Gesundheit an der Universität Pretoria. Die durchschnittliche Zeit in stationärer Behandlung habe sich auf vier bis fünf Tage verkürzt. Während der vorherigen dritten Welle im Land seien die Patienten im Schnitt neun Tage im Krankenhaus gewesen. Weshalb die derzeitige Infektionswelle zu weniger schweren Krankheitsverläufen führe, sei unklar, sagte Senkubuge. So könnte bereits Immunität durch eine vorherige, unerkannte Erkrankung vorliegen oder es sich um eine weniger aggressive Virusform handeln, so Senkubuge.

(dpa)

Britische Expertin vermutet noch schnellere Verbreitung von Omikron

14:08
14.12.2021
Eine britische Expertin sieht Anzeichen dafür, dass sich die Omikron-Variante des Coronavirus noch schneller verbreiten könnte als bislang angenommen. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Infektionen mit der Variante innerhalb von zwei bis drei Tagen verdoppelt, sagte die medizinische Chef-Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde (UKHSA), Susan Hopkins, am Dienstag in London vor einem Parlamentsausschuss. «Es scheint im Moment, als sei diese Wachstumsrate eher noch kürzer als länger.» Sie sei besorgt darüber, wie viele Menschen sich jeden Tag infizieren, und rechne mit sehr schwierigen Wochen.

Richard Neher, der Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel, warnte auf Twitter vor zu schnellen Schlussfolgerungen, sollten die Omikron-Fallzahlen in einem Land vermeintlich nicht mehr so schnell ansteigen wie zunächst. Es sei angesichts sehr hoher Fallzahlen wahrscheinlich, dass Test-Kapazitäten an ihre Grenzen kämen und es zu Verzögerungen bei der Meldung von Fällen komme, schrieb er.

In einem am Montag von seiner Universität veröffentlichten Interview hatte Neher gesagt, dass Omikron andere Varianten wie Delta schon in Kürze europaweit verdrängt haben dürfte. Wenn die Entwicklung so weitergehe wie bisher, werde Omikron in etwa zwei bis vier Wochen in Europa vorherrschend sein. Die Übertragungsrate sei dreimal so hoch wie bei Delta. Grund dafür sei, dass sich sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte infizieren. Gegen eine Ansteckung seien Geimpfte bei der Delta-Variante besser geschützt gewesen als nun bei Omikron.

(dpa)

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