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Nach Ausschreitungen: Maskenpflicht und Alkoholverbot in Reutlingen

15:21
13.12.2021
Als Reaktion auf die Ausschreitungen bei einer Demo gegen Corona-Maßnahmen am Samstag gilt in Reutlingen von Montag an Maskenpflicht und ein Alkoholverbot für bestimmte Bereiche der Innenstadt. Konkret handelt es sich nach Auskunft des Landratsamtes um die Reutlinger Altstadt bis zur Gartenstraße, den Bürgerpark sowie den Karlsplatz mit dem Bahnhofsbereich. Dort muss von Montag bis Freitag von 16.00 bis 23.00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 10.00 und 23.00 Uhr auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen eine medizinische Maske getragen werden. Zudem gilt ein Alkoholverbot.

Werden die Vorgaben, die bis zum 15. Januar gelten sollen, nicht beachtet, drohten Bußgelder. Das Infektionsschutzgesetz sehe hier im Einzelfall Bußgelder in Höhe von bis zu 25 000 Euro vor. Für Montagabend seien im Internet in Reutlingen und Tübingen Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen angekündigt, sagte ein Polizeisprecher.

An der Veranstaltung am Samstag unter dem Motto «Für Freiheit, Wahrheit und Selbstbestimmung» hatten nach Angaben der Polizei rund 1500 Menschen teilgenommen. Aufforderungen zum Tragen einer Maske seien ignoriert worden, hieß es. Infolgedessen wurde die Versammlung aufgelöst. Beim Versuch der Polizei, die Versammlung zu stoppen, durchbrachen Teilnehmer nach Polizeiangaben mit Gewalt die Kette der Beamten, so dass diese Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzten. Es wurden vier Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Beamte, Beleidigung und versuchter Körperverletzung eingeleitet. Zudem wurden rund 100 Platzverweise erteilt.

Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) sprach von einer «generalstabsmäßig» vorbereiteten Aktion von Querdenkern, Corona-Leugnern und Impfgegnern. Die Sanktionen würden nun auf den Fuß folgen. Der Staat habe sich irgendwann einmal entscheiden, passiv zu sein. «Dieser Staat muss jetzt die Zähne zeigen», sagte Keck.

(dpa)

Norwegen befürchtet rapide ansteigende Omikron-Zahlen

15:19
13.12.2021
Das Fünf-Millionen-Einwohnerland Norwegen fürchtet bei einer ungebremsten Omikron-Ausbreitung bis zu Hunderttausende Neuinfektionen täglich. Die Variante des Coronavirus werde schon in kurzer Zeit in dem skandinavischen Land dominieren, schrieb das nationale Gesundheitsinstitut FHI am Montag in einer Risikobewertung.

Bereits im Dezember werde Omikron eine Welle mit vielen Erkrankten und Krankenhauseinlieferungen sowie einer bedeutenden Belastung von Gesundheitswesen und Gesellschaft verursachen. Einem vorläufigen FHI-Szenario zufolge könnte es schon in drei Wochen schätzungsweise zwischen 90 000 und 300 000 Omikron-Neuinfektionen pro Tag geben, wenn Maßnahmen die Epidemie nicht bedeutend abbremsten. Die Behörde wies jedoch darauf hin, dass solche Berechnungen wegen der großen Unsicherheit zu den wichtigsten Eigenschaften der Variante mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Norwegen in den vergangenen Wochen auf immer neue Höchststände gestiegen. Die 7-Tages-Inzidenz ist laut den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC höher als in Deutschland. Insgesamt sind in Norwegen bislang 958 Omikron-Infektionen nachgewiesen worden, darunter fast die Hälfte im Großraum Oslo. Es wird damit gerechnet, dass die norwegische Regierung am Montagabend neue Corona-Beschränkungen verkündet. Regierungschef Jonas Gahr Støre hat für 20.00 Uhr zu einer Pressekonferenz geladen.

(dpa)

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