Letztes Update:
20211213152006

Spezialist: Omikron vermutlich schon in zwei bis vier Wochen dominant

15:10
13.12.2021
Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte andere Virusvarianten wie Delta nach Einschätzung eines renommierten Experten schon in Kürze europaweit verdrängt haben. «Im Moment ist Omikron in Europa noch selten», sagte Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel (Schweiz), in einem am Montag auf der Webseite der Universität veröffentlichten Interview. «Aber wenn die Entwicklung so weitergeht, wird Omikron in etwa zwei bis vier Wochen in Europa vorherrschend sein.» Daten aus Dänemark und Großbritannien legten nahe, dass sich die Zahl der Omikron-Ansteckungen alle drei bis vier Tage verdoppele.

Die Übertragungsrate sei dreimal so hoch wie bei Delta. Grund dafür sei, dass sich sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte infizieren. Gegen eine Ansteckung seien Geimpfte bei der Delta-Variante besser geschützt gewesen als nun bei Omikron.

Zumindest aber seien Geimpfte und vor allem Geboosterte bei Omikron nach den bisherigen Hinweisen wohl weiter vor einem schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 geschützt. Dass es bei Omikron generell vor allem mildere Verläufe gebe, lasse sich nicht sagen, so Neher. Von den bisher erfassten Fällen seien vielfach Geimpfte oder Genesene betroffen gewesen - also Menschen, bei denen bereits ein gewisser Immunschutz bestand. «Dies ist wohl der Hauptgrund für die wenigen schweren Verläufe, nicht die Eigenschaften des Virus selbst.»

Neher rief dazu auf, die Ungleichheit bei der globalen Verteilung von Impfstoffen dringend zu reduzieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert seit Monaten scharf, dass Dutzende Länder bis heute auf genügend Impfdosen warten, um ihr Gesundheitspersonal vollumfänglich zu impfen, während in reichen Ländern Auffrischimpfungen verabreicht werden.

Varianten wie Omikron hätten leichtes Spiel in Menschen, deren Immunsystem angegriffen ist und die nicht ausreichend behandelt werden, etwa bei HIV-positiven Menschen. Sie entwickelten chronische Infektionen, bei denen Viren Monate überdauern und sich verändern könnten. Solche neuen Varianten in anderen Ländern können sich schnell in aller Welt verbreiten. «Die Pandemie hat immer wieder gezeigt, dass wir alle im gleichen Boot sitzen», sagte Neher.

(dpa)

Strobl: Corona-Protest wird immer brutaler

14:36
13.12.2021
Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat die teils gewaltsamen Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und Angriffe auf Polizisten scharf kritisiert. «Wer die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit missbraucht, hierbei gar noch Gewalt gegen diejenigen anwendet, die sprichwörtlich ihren Kopf für den Schutz dieser Rechte hinhalten, verlässt den gemeinsamen Boden der Demokratie, er demoliert unsere Demokratie», teilte Strobl am Montag mit. Der Protest werde immer lauter, immer heftiger, immer brutaler.

Mehr als 1400 Polizistinnen und Polizisten hätten am vergangenen Wochenende im Südwesten 39 Versammlungen mit rund 9000 Teilnehmern begleitet, davon 22 Versammlungen mit Bezug zur Corona-Pandemie. Mit dem Anstieg der Infektionszahlen und strengeren Regelungen sei ein «intensiveres Versammlungsgeschehen» zu verzeichnen, bilanzierte Strobl. Bei Ausschreitungen in Reutlingen seien allein 150 Polizisten im Einsatz gewesen. Strobl berichtete von zahlreichen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die angezeigt worden seien.

Von Freitag bis Sonntag habe die Polizei bei Kontrollen zudem rund 650 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt, darunter knapp 300 Verstöße gegen die Maskenpflicht. Seit Beginn der Pandemie habe die Polizei rund 373 000 Verstöße festgestellt, mehr als 2,18 Millionen Personen und rund 802 000 Fahrzeuge kontrolliert. Laut Strobl sind allein in dieser Woche mehr als 100 weitere zusätzliche Polizeikontrollen geplant.

Katja Fuchs

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden