Knapp 1500 Menschen sind am Sonntag im thüringischen Gotha zu einer nicht angemeldeten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen zusammengekommen. Es seien mehrere Straftaten begangen worden, darunter ein Flaschenwurf auf einen Polizisten, teilte die Polizei in der Nacht zum Montag mit. Verletzt worden sei aber niemand. Darüber hinaus sei gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz verstoßen worden. Außerdem wurden Zeichen verfassungswidriger Organisationen gezeigt. Auch verstießen die Demonstrationsteilnehmerinnen und -teilnehmer gegen die Hygieneschutzmaßnahmen, trugen teils keine Masken und hielten Mindestabstände nicht ein. Gegen den mutmaßlichen Versammlungsleiter wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Im Kreis Gotha lag der Sieben-Tage-Wert am Sonntag bei 1379,3 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Am Samstag waren dort verschärfte Pandemie-Regelungen in Kraft getreten. So dürfen nur Getestete und Genesene mit einem zusätzlichen aktuellen Negativtest in Gaststätten und für touristische Übernachtungen einkehren. Diese Vorschrift gilt auch für öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, für Kulturveranstaltungen, in Kinos und bei körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik. Die Testpflicht entfällt für Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.
Auch in anderen Städten in Thüringen wurde am Wochenende teils gewaltvoll demonstriert. In Greiz etwa wurden am Samstagabend bei Protesten 14 Polizisten verletzt. Zu dem in sozialen Medien beworbenen Protest waren bis zu 1000 Menschen in die ostthüringische Stadt gekommen, wie die Polizei mitteilte.