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Ministerin überzeugt: Corona noch ohne Folgen für Opern-Sanierung

06:58
13.12.2021
Durch die Corona-Pandemie wird sich die kostspielige und langwierige Sanierung der Staatsoper in Stuttgart nach Angaben von Kulturministerin Theresia Bauer nicht wesentlich verzögern. Die Grünen-Ministerin rechnet bislang auch nicht mit steigenden Kosten, obwohl das Coronavirus auch im Kulturapparat viele Abläufe seit Monaten bremst und zwischenzeitlich sogar zum Stillstand gebracht hat.

Mit dem Zeitplan unter anderem für den Architektenwettbewerb und die Planungen für die Interimsspielstätte sei man nicht in Verzug. «Deshalb gibt es derzeit auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Kostenrahmen, den wir uns gesetzt haben, nicht trägt», sagte Bauer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zudem habe sich die Pandemie bei der Oper vor allem auf den Publikumsbetrieb ausgewirkt. Verwaltung und auch die technischen Mitarbeiter hätten hingegen weiterarbeiten können, sagte die Ministerin.

Nach einer ersten detaillierten und im November 2019 veröffentlichten Schätzung könnte das Vorhaben mehr als eine Milliarde Euro kosten - im ungünstigsten Fall. Dabei werden die reinen Baukosten auf 550 Millionen Euro geschätzt, es kommen zudem unter anderem ein Risikozuschlag und die zu erwartenden Baupreissteigerungen für zehn Jahre hinzu. Die Bauarbeiten sollen nach bisheriger Planung fünf bis sieben Jahre dauern. Erst 2027 soll die Interimsspielstätte fertig sein - frühestens 2037 dann die neue Oper im denkmalgeschützten Littmann-Bau.

Dreh- und Angelpunkt, aber auch Achillesferse des Projekts: die geplante sogenannte Kreuzbühne im größten Dreispartenhaus der Welt, eigentlich zwingend für eine moderne Oper mit wechselndem Programm. Mit ihr sollen schnellere und einfachere Bühnenbildwechsel möglich werden. In dem rund 100 Jahre alten Opernhaus wird außerdem mehr Platz zum Beispiel für Proberäume benötigt. Nach Angaben der Stadt stammt die Bühnentechnik zudem aus den 1980er Jahren, sie ist veraltet und reparaturanfällig, es gibt zudem Mängel beim Brandschutz.

In den vergangenen Monaten war lange und lautstark über Sinn und Nutzen sowie über Größe und Aufwand des Projekts gestritten worden. Zuletzt hatte der Bund der Steuerzahler eine preiswertere Lösung für das Großprojekt gefordert und erneut einen Bürgerentscheid ins Spiel gebracht.

Bauer bezweifelt, dass die hohen Ausgaben im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Akzeptanz für die kostspielige Sanierung einer Kultureinrichtung geschmälert haben könnte. «Corona hat uns gelehrt, wie wichtig es ist, dass wir in unserer Gesellschaft Orte haben, an denen wir real zusammenkommen, an denen wir miteinander ins Gespräch kommen, uns inspirieren lassen, gemeinsame Kulturerlebnisse genießen, die uns ein bisschen aus dem Alltag und dem Klein-Klein herausholen», sagte die Ministerin. Die Menschen wollten kein Leben führen, das sie auf Kommunikation über Kacheln im Videochat reduziere. «Deshalb bin ich überzeugt, dass die Pandemie die Akzeptanz für ein solches Projekt eher gesteigert als gebremst hat», sagte sie der dpa.

Neben Stuttgart sind auch in Karlsruhe und dem größten kommunalen Dreispartenhaus in Mannheim kostspielige Umbauten und Sanierungen geplant oder bereits im Gange.

(dpa)

Lieferung des Corona-Impfstoffs für Kinder in den Südwesten beginnt

06:54
13.12.2021
An diesem Montag beginnen die Lieferungen des Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren nach Baden-Württemberg. Nach Angaben von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) erhält der Südwesten ab dieser Woche bis Jahresende rund 300 000 Dosen des Impfstoffs für Kinder. Eine weitere Lieferung soll im Januar folgen. Den Beginn der Impfungen erwartet das Ministerium ab Mittwoch. Es könne durchaus zwei Tage dauern, bis der Impfstoff in den Praxen angekommen sei, teilte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage mit.

Für die Impfungen der Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren sieht das Gesundheitsministerium zunächst vor allem die Kinderarztpraxen am Zug. Diese kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und wüssten, welche Kinder prioritär geimpft werden sollten, hieß es. «Das sind vor allem Kinder mit Vorerkrankungen.»

Neben den Arztpraxen soll es auch Impfaktionen der Stadt- und Landkreise sowie in Kliniken geben. Konzepte für spezielle Angebote für Kinder und deren Eltern gibt es den Angaben zufolge etwa im Rems-Murr-Kreis und in Tübingen.

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen für Kinder ist für das Ministerium demnach schwer abzuschätzen. Laut Statistischen Landesamt gibt es im Südwesten rund 612 000 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. «Inwieweit sich der Bedarf an Impfstoff mit dieser Zahl deckt, wird abzuwarten sein», teilte das Ministerium mit. Im Südwesten gibt es zudem rund 1120 Kinder- und Jugendärzte. Nach aktuellen Untersuchungen des Robert Koch-Instituts wollten etwa 40 Prozent aller Eltern ihre Kinder zwischen fünf und elf Jahren impfen lassen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte am Donnerstag die Empfehlung für Corona-Impfungen von Kindern zwischen fünf und elf Jahren angekündigt und so den Weg für die Impfkampagne für die Jüngeren frei gemacht. Die Stiko möchte Impfungen für jüngere Kinder mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen. Aber auch gesunde Kinder sollen bei individuellem Wunsch geimpft werden können, wie es in einer Mitteilung des Expertengremiums zu einem Beschlussentwurf hieß. Impfempfehlungen der Stiko gelten als medizinischer Standard und sind für viele Ärzte eine wichtige Richtschnur.

Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Stiko zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. Für jüngere Kinder gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.

(dpa)

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