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Tschechien führt Corona-Impfpflicht für alle ab 60 Jahren ein

10:47
10.12.2021
Die scheidende Regierung in Tschechien hat als eine ihrer letzten Handlungen eine Corona-Impfpflicht für alle Menschen ab einem Alter von 60 Jahren verabschiedet.

Sie tritt am 1. März 2022 in Kraft, wie aus einer am Freitag im Amtsblatt veröffentlichten Verordnung des Gesundheitsministeriums in Prag hervorgeht. Verpflichtend wird die Impfung dann auch für Gesundheits- und Pflegepersonal, Ärzte und Medizinstudenten, Polizisten, Feuerwehrleute und Soldaten.

Ob die Verordnung Bestand hat, muss sich erst noch zeigen. Vertreter der künftigen Koalition aus fünf liberalen und konservativen Parteien haben sich öffentlich gegen eine solche Verpflichtung ausgesprochen. Von einem «Schritt ins Dunkle» sprach der designierte Gesundheitsminister Vlastimil Valek. Er könnte die Entscheidung wieder rückgängig machen. Die Übergabe der Regierungsgeschäfte an die Gewinner der Wahl vom Oktober dürfte noch in diesem Monat erfolgen.

Fast eine halbe Million Menschen aus der Altersgruppe über 60 Jahren sind in dem EU-Mitgliedstaat noch nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft. Bei den Beschäftigten in Altersheimen und Pflegediensten liegt die Impfquote nur bei 65 Prozent. Tschechische Ärztevertreter sind in der Frage der Impfpflicht gespalten. Während die einen warnten, dass sie nur schwer zu kontrollieren sei, begrüßten andere die Entscheidung.

(dpa)

Lockdown in der Slowakei endet für Geimpfte und Genesene

10:37
10.12.2021
In der Slowakei dürfen seit Freitagmorgen wieder alle Geschäfte und einige Dienstleistungen wie Friseure oder Fitnessstudios öffnen. Wer aber weder gegen Covid-19 geimpft noch davon genesen ist, darf nur in Geschäfte für den täglichen Bedarf.

Die Gastronomiebetriebe bleiben vorerst noch für alle geschlossen. Hotels und Pensionen dürfen Dienstreisende, nicht aber Touristen beherbergen.

Die Gesundheitsbehörden betonten jedoch, dass ungeachtet des formellen Lockdown-Endes für Geimpfte und Genesene weiterhin der sogenannte Notstand und mehrere damit verbundene Ausgangsbeschränkungen gelten. Auch der Weg zur Arbeit ist nur mit einem «Grünen Pass» erlaubt. Im Gegenzug für die Öffnung der Geschäfte müssen ab kommenden Montag alle Schulen mit Ausnahme der ersten vier Schulstufen auf Online-Unterricht umstellen.

Opposition und Branchenvertreter kritisierten die teilweise widersprüchlichen Vorschriften, auf die sich die konservativ-populistisch-liberale Vierparteien-Koalition in Bratislava am Dienstag geeinigt hatten. Seit 25. November galt ein landesweiter Lockdown für alle, von dem aber Schulen ausgenommen waren. Viele Handelsangestellte waren in dieser Zeit zu Hause, ihre Kinder aber in der Schule. Nun müssen sie in die Arbeit, ihre Kinder aber bleiben zu Hause.

(dpa)

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