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Kinderärzte: Stiko-Empfehlung angemessen - hoher Beratungsbedarf

10:19
10.12.2021
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte findet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Impfung von Kindern angemessen.

Es gebe nun eine klare Empfehlung für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen, und die Möglichkeit der Impfung auch für gesunde Kinder, sagte der Pressesprecher des Verbandes, Jakob Maske, der Deutschen Presse Agentur.

«Wir sehen natürlich den Druck für die Eltern, jetzt eine Entscheidung zu treffen». Mit der Öffnungsklausel der Stiko hätten aber immerhin alle Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder impfen zu lassen.

Die Stiko hatte eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19 Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Wenn es etwa im Umfeld der Familie chronisch Kranke gäbe, sei das ein guter Grund, die Kinder impfen zu lassen, sagte Maske. Für Besuche bei Großeltern, die vollständig geimpft und geboostert seien, sieht Maske hingegen keine zwingende Notwendigkeit einer Impfung.

Er betont, dass die Daten noch nicht ausreichten, um mögliche seltene Nebenwirkung der Impfung zu erkennen. Zudem erkrankten jüngere Kinder selbst nur sehr selten schwer. «Bei so geringer Krankheitslast haben wir keine Eile mit dem Impfen.» Momentan sei der Beratungsbedarf in den Praxen groß, grundsätzlich seien die Kinderärzte gut auf den Beginn der Impfungen bei jüngeren Kindern vorbereitet. «Wir würden es begrüßen, wenn die Impfungen auch tatsächlich in den Kinderarztpraxen erfolgen würden», sagt Maske mit Blick auf die Pläne der Politik, auch Apotheker oder Zahnärzte in die Impfkampagne einzubinden. «Wir haben eine Menge Ärzte, die dafür bereitstehen.» In der nächsten Woche soll die Auslieferung des Impfstoffs für Kinder beginnen.

(dpa)

Forscher: Trotz Omikron Impfschutz vor schweren Erkrankungen

10:13
10.12.2021
Die neue Coronavirus-Variante Omikron treibt in Südafrika die Infektionszahlen in die Höhe.

Im nationalen Epizentrum des Infektionsgeschehens - dem Großraum um Johannesburg und Pretoria (Gauteng-Provinz) - seien die Fallzahlen im Wochenvergleich um 400 Prozent gestiegen, teilte am Freitag Gesundheitsminister Joe Phaahla mit.

Tests zeigten, dass hinter rund 70 Prozent der Fälle die Omikron-Variante steckte. Allerdings scheinen sich nach Ansicht der Wissenschaftlerin Glenda Gray sowie ihrer Kollegin Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten NICD erste Beobachtungen von eher milden Krankheitsverläufen und kürzeren Krankenhausaufenthalten zu bestätigen.

Forschungen des südafrikanischen Professors Alex Sigal zeigten zudem, dass Omikron zwar den Impfschutz reduziert, der aber je nach Zahl der entwickelten Antikörper eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent habe. «Wir sehen keinen Grund zu glauben, dass Impfungen nicht vor schweren Omikron-Erkrankungen schützt», sagte er.

Sigal gilt mit seinem Team vom Afrikanischen Gesundheits-Forschungsinstitut AHRI als weltweit erster Wissenschaftler, der das Virus künstlich gezüchtet hat. Dabei stand die Forschung nach dem Schutz durch Antikörper im Vordergrund. «Das Virus nutzt die gleichen Rezeptoren wie die anderen Varianten», sagte er. Zwar habe es seine DNA geändert, aber kaum sein Verhalten.

Auch Krankenhausmanager bestätigten aufgrund ihrer Beobachtungen diese Erkenntnisse - wiesen aber auch darauf hin, dass es für wissenschaftlich fundierte Schlüsse noch zu früh sei.

Das Land befindet sich in einer von der Omikron-Variante getriebenen vierten Infektionswellen und hat gerade Booster-Impfungen erlaubt. Laut der Afrikanischen Union haben mittlerweile elf Länder auf Europas Nachbarkontinent Omikron-Infizierungen nachgewiesen.

(dpa)

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