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20211209051431

Landesseniorenrat fordert Vorfahrt für Ältere in Impfschlangen

05:14
09.12.2021
Der Landesseniorenrat hat dazu aufgerufen, älteren Leuten in Impfschlangen den Vortritt zu lassen.

Es könne nicht sein, dass diese Personengruppe stundenlang in der Kälte auf den Piks warten müsse, sagte Verbandschef Eckart Hammer in Stuttgart. Über 70-Jährige sollten vorrangig behandelt werden. In der Regel seien Senioren über ihre Hausärzte gut versorgt. Doch diese müssten mehr Impfstoff erhalten. Noch immer seien 15 Prozent der über 80-Jährigen nicht geimpft. In den Heimen seien allerdings deutlich mehr Bewohner immunisiert.

Probleme mit dem digitalen Impfpass gebe es nicht, da das Impfzertifikat auf Papier ebenso gelte wie der digitale Nachweis, sagte Hammer. Statt des digitalen Impfzertifikats lasse sich über die Apotheke für 9,90 Euro auch eine Corona-Immunkarte in Scheckkartengröße beziehen.

(dpa)

Intensivmediziner: Omikron wird wehtun - freie Betten auf Tiefstand

02:27
09.12.2021
Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist laut dem Intensivmediziner Christian Karagiannidis auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken.

Das mache ihm Sorgen insbesondere in Hinblick auf die Variante Omikron, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters der Deutschen Presse-Agentur zum Stand vom Mittwoch. Die neue Corona-Variante werde sich mit hoher Geschwindigkeit durchsetzen.

Im Divi-Intensivregister waren am Mittwochnachmittag rund 2250 Intensivbetten als frei ausgewiesen (1,8 pro Standort), davon 921 spezifisch für Covid-19. Auf einem solchen Level werde Omikron «wehtun, auch wenn es nicht ganz so schwer krank machen sollte», sagte der Arzt von der Lungenklinik Köln-Merheim. Er sprach von der Variante als drohende «große Unbekannte».

Die aktuelle Lage sei sehr dynamisch, sagte Karagiannidis. Die Delta-Welle scheine in eine Seitwärtsbewegung überzugehen, insbesondere wegen sinkender Infektionszahlen in Bayern. Auf den Intensivstationen sei es mit nun knapp 5000 Covid-19-Patienten «ziemlich voll». Hinzu kämen im Unterschied zu früheren Wellen weitere zu versorgende Notfälle, zum Beispiel Unfallopfer. In Phasen mit weitreichenden Kontaktbeschränkungen sei dies seltener gewesen.

Mit der jetzigen Infiziertenzahl auf Intensivstationen ist annähernd wieder ein Niveau wie zum Höhepunkt der dritten Corona-Welle erreicht. Der Maximalwert des Frühjahrs hatte gut 5100 betragen, den Höchststand gibt das Register mit rund 5700 Erkrankten gleichzeitig für Anfang Januar 2021 während der zweiten Welle an. Der Modellierer Andreas Schuppert hatte kürzlich gesagt, bis Weihnachten seien bis zu 6000 Covid-19-Kranke zu befürchten.

Im Unterschied zu früheren Wellen haben Kliniken laut Divi auch mit einem Mangel beim Pflegepersonal zu kämpfen. Allein von den wichtigen Beatmungsbetten seien daher 3000 weniger betreibbar als vor einem Jahr. In der vierten Welle unterscheidet sich zudem die Belastung sehr stark nach Region, besonders hoch ist sie derzeit in Sachsen, Thüringen und Bayern. Die Gesamtzahl an Schwerkranken wegen Corona wäre Fachleuten zufolge noch weitaus höher, wenn vor allem der ältere Teil der Bevölkerung in Deutschland nicht mehrheitlich geimpft wäre.

(dpa)

Ramelow erwartetet kaum Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

02:16
09.12.2021
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow geht nicht davon aus, dass bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag grundlegende Beschlüsse zur Corona-Pandemie getroffen werden.

«Wir haben uns verabredet, dass wir jetzt erst gucken wollen, ob die neuen Änderungen am Infektionsschutzgesetz reichen», sagte er der «Rheinischen Post» und dem «General-Anzeiger» (Donnerstag). Zu möglichen Kontaktbeschränkungen äußerte sich Ramelow skeptisch. Er sei für Testen und ein konsequentes Anwenden der 2G-plus-Regel.

Außerdem erneuerte Ramelow seine Aussage, dass man an einer allgemeinen Impfpflicht nicht vorbeikommen werde - «aber erst, wenn der dritte Impfstoff, der sogenannte Totimpfstoff Novavax, zugelassen ist, der beispielsweise auch bei Rheuma-Patienten eingesetzt werden kann». Mit einer berufsbezogenen Impfpflicht sei die vierte Welle nicht zu brechen.

Die Regierungschefs und -chefinnen der Länder beraten am Donnerstag in einer Videokonferenz über aktuelle bundes- und europapolitische Themen. Anders als beim außerordentlichen Bund-Länder-Gipfel vor einer Woche soll es bei dieser regulären Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nicht ausschließlich um die Corona-Pandemie gehen, sondern - wie normalerweise üblich - um eine breitere Themenpalette. Nach internen Beratungen wollen sich die Länderchefs auch mit dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) austauschen.

(dpa)

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