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Sozialverband fordert bessere Organisation von Booster-Impfungen

02:56
07.12.2021
Der Sozialverband VdK hat vom designierten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine bessere Organisation der Auffrischungsimpfungen in Deutschland gefordert.

«Wir brauchen endlich ein bundeseinheitliches Verfahren», sagte die VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). «In einigen Bundesländern warten ältere Menschen und Risikopatienten vergeblich auf Termine und kommen telefonisch bei Ärzten oder Zentren nicht durch.»

Vielerorts hake es bei der Impfstofflieferung, kritisierte sie weiter. «Es ist erschreckend, dass es nach fast zwei Jahren Pandemie noch immer keine zentrale Information, Koordination und Steuerung gibt. Das muss nun schleunigst geändert werden.»

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes äußerte den Wunsch, «dass der neue Minister jetzt sehr schnell alle nötigen Maßnahmen für eine Ausweitung der Impfungen voranbringt». «Das ist im Moment das Wichtigste», sagte die Vorsitzende Ute Teichert den Funke-Zeitungen. «Ansonsten läuft uns die Pandemie davon.» Man könne gern über eine Impfpflicht reden. «Aber davor muss sichergestellt sein, dass wir dieses Vorhaben logistisch überhaupt stemmen können.»

Perspektivisch forderte Teichert eine Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitsdienstes für die Zeit nach der Pandemie. «Corona hat gezeigt, dass es hier viel zu tun gibt», sagte sie. Man brauche «eine dauerhafte Aufstockung beim Personal», zudem müsse die Digitalisierung vorangehen.

Die SPD hatte den Gesundheitsexperten Lauterbach am Montag als neuen Gesundheitsminister benannt - er soll das Amt mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie übernehmen. Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen an diesem Dienstag ihren Koalitionsvertrag unterschreiben, am Mittwoch soll dann Olaf Scholz (SPD) im Bundestag zum Kanzler gewählt und sein Kabinett vereidigt werden.

(dpa)

WHO gegen Genesenen-Plasma als Covid-Therapie

02:41
07.12.2021
Corona-Patienten sollten laut der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mit Immunplasma von Genesenen behandelt werden. Eine Expertengruppe der WHO rät von solchen Transfusionen ab, wie sie in der Fachzeitschrift «BMJ» schreibt.

Nach derzeitiger Studienlage hätten Covid-19-Patientinnen und -Patienten weder eine bessere Überlebenschance noch senke eine Transfusion mit Plasma das Risiko, dass sie beatmet werden müssen, heißt es in dem Artikel. Die Experten hätten 16 Studien mit insgesamt mehr als 16 000 Patienten begutachtet. In besonders schweren Fällen sei die Studienlage noch unsicher, deshalb sprechen sich die Experten nicht gegen weitere Studien bei solchen Patienten mit Plasma aus.

Im Herbst 2020 galt eine passive Immunisierung mit Hilfe von Blutplasma von Menschen, die Covid-19 überstanden und Antikörper gegen Coronaviren gebildet haben, noch als vielversprechende Therapie. So etwas sei auch bei anderen Erkrankungen schon eingesetzt worden, etwa Sars, Mers oder Influenza, hieß es damals beispielsweise bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI).

Die Wirkung war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht belegt, weil es noch keine randomisierten Studien mit Kontrollgruppen gab.

(dpa)

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