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20211206124157

Erste Omikron-Fälle in Russland nachgewiesen

11:55
06.12.2021
In Russland haben die Behörden die ersten beiden Fälle der neuartigen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Insgesamt seien zehn Rückkehrer aus Südafrika positiv getestet worden, teilte die nationale Behörde für Verbraucherschutz am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Durch Genomsequenzierung seien bei zwei von ihnen Infektionen mit der Omikron-Variante festgestellt worden.

Präsident Wladimir Putin hatte die Regierung am Freitag angewiesen, eine Strategie zu entwickeln, um eine Ausbreitung der neuen Variante in Russland zu verhindern. Im flächenmäßig größten Land der Erde, das über fünf eigene Impfstoffe verfügt, ist vor allem die verhältnismäßig niedrige Impfquote ein Problem: Bislang sind erst knapp 44 Prozent der 146 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Viele Russen sind skeptisch gegenüber dem Präparat Sputnik V, das bislang weder von der EU-Arzneimittelbehörde noch der Weltgesundheitsorganisation zugelassen ist. Im Gegenzug sind in Russland keine westlichen Präparate erlaubt. Zuletzt wurden dort mehr als 32 100 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Im selben Zeitraum zählten die Behörden 1184 Corona-Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen.

(dpa)

Afrika will bis 2040 rund 60 Prozent seiner Impfstoffe produzieren

11:08
06.12.2021
Afrika will seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent schleunigst ausbauen. «Omikron ist da ein Weckruf», mahnte John Nkengasong vom Afrikanischen Zentrum für Infektionskrankheiten (Africa CDC) am Montag auf einer Fachkonferenz in Ruandas Hauptstadt Kigali. Bis 2040 peile die Afrikanische Union die Produktion von 60 Prozent auf dem Kontinent an. Der Aufbau einer kontinentalen Impfstoffproduktion sei nicht nur im Kampf gegen die Corona-Pandemie notwendig, sondern auch gegen andere Krankheiten wie Malaria oder Ebola.

Seit dem Aufbau einer entsprechenden Plattform vor acht Monaten durch die Afrikanische Union (AU) habe es erste Fortschritte gegeben, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Dazu zähle die Gründung der Afrikanischen Medizin-Agentur (AMA). In Afrika sind gerade mal 7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. «Wir können nicht mehr warten, wir müssen diese Abhängigkeit durchbrechen und unser Gesundheitssystem stärken», forderte der AMA-Beauftragte der AU, Michel Sidibe.

Afrika, das laut AU-Angaben 2019 für seine Pharma-Produkte 16 Milliarden Dollar ausgab, stärke nun seine Position und biete Investitionsmöglichkeiten. Länder wie Ägypten, Marokko, Südafrika, Senegal und Ruanda sehen sich mit entsprechenden Projekten als Vorreiter, auch Kenia und Nigeria stünden bereit. Neben dem Knowhow-Transfer ist auch der Aufbau der Logistik nötig. «Die Impfstoffherstellung braucht Koordinierung», forderte Monique Nsanzabaganwa, die Vize-Vorsitzende der AU-Kommission. Die Europäische Union (EU) sagte Unterstützung zu.

«Mehr als 80 Prozent der weltweiten Impfstoffe gingen an G20-Staaten; in Niedriglohnländer - die meisten davon in Afrika - gingen gerade mal 0,6 Prozent», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Gut 100 Länder verfehlten das diesjährige Ziel einer 40prozentigen Impfung der Bevölkerung - die Hälfte davon in Afrika. Er kritisierte erneut die gegen Botsuana und Südafrika verhängten Reisebeschränkungen. Sie hatten ihre Entdeckung der Omikron-Corona-Variante sofort kommuniziert und würden dafür nun durch strenge Reisebeschränkungen bestraft.

(dpa)

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