Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow ist nach eigenen Angaben nach seiner Auffrischungsimpfung gegen Corona mit Hasskommentaren überzogen worden. Er habe seine Booster-Impfung demonstrativ auf Twitter gestellt, um für das Impfen zu werben, sagte der Linken-Politiker am Freitag in Berlin. «Als ich es getwittert habe, Sie können das ja auf meinem Account mal nachgucken: 1200 Hasskommentare.»
Einige dieser Kommentare habe er sich angeschaut. «Irgendwann kommt so ein innerer Punkt, wo Sie denken, selbst die Bedrohung, die dabei mitkommt, stumpft bei mir mittlerweile ab, weil ich denke: Warum verweigert man sich seiner eigenen Intelligenz», sagte Ramelow. Teils fehle ihm die Kraft, noch gegen Skepsis und Verschwörungsglauben anzuargumentieren. Es gebe keinen Knopf, um Impfgegner umzustimmen. «Ich habe den Eindruck, dass ein Teil der Bevölkerung sich nicht mehr überzeugen lässt», sagte Ramelow.
Allerdings stelle sich die Frage, wann die Ungeimpften medizinische Hilfe bräuchten. In Thüringen füllten sich die Kliniken und die Intensivstationen. «Die Frage ist, wie gehen wir dann damit um, wenn wir eine Überlastung haben», sagte Ramelow. «Ich kann den Patienten nicht mehr garantieren, dass sie in ihrem Heimatbundesland gepflegt werden, das können wir nicht garantieren.»