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Ministerium: Bund rationiert auch Impfstoff von Moderna

12:03
26.11.2021
Nach dem Impfstoff von Biontech wird mittlerweile auch der Moderna-Impfstoff nach Auskunft des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums vom Bund rationiert oder kann teilweise gar nicht mehr bestellt werden. «Wir können nicht einerseits die Impfoffensive hochfahren und gleichzeitig wird der Impfstoff rationiert», sagte ein Behördensprecher am Freitag in Stuttgart.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) habe sich Anfang der Woche direkt beim geschäftsführenden Bundesminister Jens Spahn (CDU) eingesetzt, um kurzfristig eine zusätzliche Lieferung von Moderna zu bekommen. «Wir erwarten nun heute eine Sonderlieferung von 120 000 Dosen Moderna», sagte der Behördensprecher.

Derzeit bekommt nach Auskunft des Gesundheitsministeriums eine Arztpraxis nur 30 Dosen von Biontech pro Woche, Impfstützpunkte können nur 1020 Dosen pro Woche bestellen. «Eine solche Menge verimpft ein Impfstützpunkt normalerweise pro Tag.»

Die Impfoffensive des Landes laufe auf Hochtouren. «Und wir haben jetzt nicht soviel Impfstoff, wie wir gerne verimpfen würden um der großen Nachfrage zu begegnen. Bis Jahresende brauchen wir mindestens 3,5 Millionen Dosen mRNA-Impfstoffe, um die Menschen in Baden-Württemberg ausreichend versorgen zu können», sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

(dpa)

Großteil der Südwest-Kliniken rechnet mit Verlusten durch Pandemie

12:03
26.11.2021
Ein Großteil der Kliniken in Baden-Württemberg sieht sich aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten. Etwa 65 Prozent der Häuser rechnen mit Verlusten in diesem Jahr, wie die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) zu einer Befragung der Kliniken am Freitag in Stuttgart mitteilte. Eine solch hohe Defizitquote gab es bei der Umfrage der BWKG den Angaben zufolge noch nie.

Das Pandemiejahr 2021 drohe für die Krankenhäuser zum finanziellen Desaster zu werden, teilte der BWKG-Vorsitzende Heiner Scheffold mit. Die Politik müsse hier umgehend tätig werden. Als Gründe nannte die Krankenhausgesellschaft überdurchschnittlich hohe Kosten für die Behandlung von Covid-Patientinnen und -Patienten und wegbrechende Erlöse etwa durch einen Rückgang der Patientenzahlen in den Ambulanzen und fehlende Einnahmen durch Parkhäuser und Cafeterien.

Die Kliniken sehen deshalb die Bundesregierung in der Pflicht, ihr Versprechen zu halten, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Krankenhäuser auszugleichen. Die neue Bundesregierung müsse umgehend handeln und den finanziellen Rahmen der Krankenhäuser schnell und nachhaltig absichern, forderte Scheffold. Auch die Landesregierung sieht die BWKG am Zug, die Kliniken wie im Jahr 2020 finanziell zu unterstützen. Kritik äußerte die Gesellschaft in diesem Zusammenhang an der jüngst erfolgten Vorgabe des Landes zur Bereithaltung von mindestens 40 Prozent der Intensivkapazitäten für Covid-Patienten. Wer die Freihaltung von Betten anordne, müsse dies auch finanzieren, sagte Scheffold.

Ein weiteres Problem der Kliniken ist der große Fachkräftemangel. Rund 93 Prozent aller Häuser im Südwesten haben demnach Schwierigkeiten, offene Stellen in der Pflege zu besetzen. Noch nie seit dem Beginn der Befragungen der Kliniken im Jahr 2010 haben diese demnach von so großen Problemen bei der Besetzung von Stellen in der Pflege berichtet.

Der Geschäftsführer der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim, Jörg Martin, begründete dies am Freitag auch mit der außergewöhnlichen Lage auf den Intensivstationen. Liege die Sterblichkeit im Intensivbereich in normalen Zeiten bei etwa 20 Prozent, so seien es aktuell 40 bis 60 Prozent. «Das halten viele einfach nicht aus», sagte Martin.

(dpa)

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