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Kinderärzte: Mit neuer Testpflicht droht Kollaps der Praxen

14:52
24.11.2021
Kinderärzte protestieren vehement gegen eine neue Pflicht, nach der begleitende Eltern nur noch mit Negativtest in die Praxen kommen dürfen und das Personal täglich getestet werden muss. Die Kinderärzte seien fassungslos über die medizinisch unsinnige Neuregelung im geänderten Infektionsschutzgesetz, die zur Schließung vieler Praxen führen könnte, warnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in NRW.

«99 Prozent unserer Patienten werden von ihren Eltern begleitet», sagte die BVKJ-Vorsitzende Nordrhein, Christiane Thiele, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die Eltern geimpft seien, müssten sie nun einen Test vorlegen, bevor sie Zutritt zur Kinderarztpraxis bekommen - oder dort vor Ort getestet werden. Zudem müsse das gesamte Praxispersonal täglich getestet werden. «Dabei sind die meisten geboostert» - also dreifach gegen das Coronavirus geimpft. Zuvor hatte die «Rheinische Post» berichtet.

Erst am Dienstag seien die Praxen über die Kassenärztliche Bundesvereinigung informiert worden. «Die KBV hat uns das gestern Abend mit Wirksamkeit heute mitgeteilt», schilderte die Kinderärztin aus Viersen. Die Kinder- und Jugendärzte bundesweit seien auf den Barrikaden. Es seien auch kaum noch Schnelltests erhältlich. Ausnahmen gelten nur für die Patienten selbst - also die Kinder -, die nicht getestet werden müssen.

«Wenn Eltern nur noch getestet in die Praxis dürfen, also täglich über 100 Personen, bedeutet dies, dass für Behandlung und Versorgung der Kinder keine Zeit mehr bleibt. Es scheint, dass die Politik gar nicht mehr versucht, Gesetze und Verordnungen, die beschlossen werden, auf die Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen», kritisierte der BVKJ in NRW in einer Erklärung. Das in der vergangenen Woche beschlossene umstrittene Gesetz von SPD, Grünen und FDP müsse schnellstmöglich geändert werden.

(dpa)

Mutmaßlicher Betrug mit Corona-Subventionen - Durchsuchungen

14:51
24.11.2021
Der Geschäftsführer zweier Dresdner Firmen zur Vermittlung von Bauleistungen soll sich fast 630 000 Euro an staatlichen Corona-Subventionen erschlichen haben. Der 56-Jährige wurde am Dienstag bei einer Razzia festgenommen und ist in Untersuchungshaft, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mitteilten.

Gegen den Mann und fünf weitere Beschuldigte wird wegen Verdachts des bandenmäßigen Subventionsbetrugs in mehr als 20 Fällen ermittelt. Im Zuge dessen wurden acht Wohnungen und Büros in Dresden sowie je ein Objekt in Görlitz und Lünen (Nordrhein-Westfalen) durchsucht.

Der Hauptbeschuldigte soll rumänische Arbeitnehmer als Scheinselbstständige deklariert und ihnen unter Drohungen ihre EC-Karten samt PIN abgenommen haben. Dem Deutschen wird vorgeworfen, in ihrem Namen zu Unrecht insgesamt knapp 778 000 Euro an Corona-Subventionen bei der Sächsischen Aufbaubank und der Landeshauptstadt beantragt und zum Großteil auch kassiert zu haben.

Nach Überzeugung der Ermittler haben fünf Männer zwischen 32 und 59 Jahren - drei Deutsche, ein Albaner, ein Moldauer - zumindest teilweise an dem Betrug mitgewirkt. Die Beamten stellten zahlreiche Beweismittel sicher.

(dpa)

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